REPENTANCE trauern um ihren verstorbenen Gitarristen Shaun Glass, der zuvor unter anderem bei Broken Hope und Soil gespielt hatte.
Wie die Familie des REPENTANCE-Gitarristen mitteilte, verstarb Shaun Glass (Foto 2.v.l.) am heutigen Morgen, nachdem er am 31. Mai einen medizinischen Notfall erlitten hatte.
"Mit unendlich schwerem Herzen muss ich mitteilen, dass Shaun heute Morgen verstorben ist, nachdem er am 31. Mai einen medizinischen Notfall erlitten hatte. Shaun und ich lernten uns 2003 kennen und heirateten 2010. Im Jahr 2012 kam unser Sohn zur Welt. Er war Shauns ganzer Stolz, wie jeder, der ihn gut kannte, bereits weiß.
Unser Leben wird nie mehr so sein wie zuvor. Wir sind am Boden zerstört und bitten um Privatsphäre und Respekt, während unsere Familie beginnt, diesen unvorstellbaren Verlust zu verarbeiten. Ich hatte gehofft, noch etwas zu warten, bevor ich dies öffentlich teile, da der Schmerz immer noch unerträglich ist. Doch einige haben meine Bitte um Rückzug nicht respektiert und die Nachricht verbreitet, bevor ich die Gelegenheit dazu hatte.
Shaun war für viele Menschen vieles, aber für uns war er immer in erster Linie Ehemann und Vater. Bitte schließt unsere Familie in eure Gebete und Gedanken ein oder sendet uns auf welche Weise auch immer positive Energie."
"Wir möchten uns einen Moment Zeit nehmen, um von unserem ehemaligen Gitarristen Shaun Glass Abschied zu nehmen, der heute früh verstorben ist. Auch wenn wir uns seit seinem Ausscheiden im Jahr 2007 entfremdet hatten und nicht mehr auf gutem Fuß standen, war er in den Anfangsjahren dennoch ein fester Bestandteil von SOIL. Und lange Zeit war er ein guter Freund und Weggefährte. Wir haben damals viel gelacht und viele schöne Momente erlebt. Wir werden mit schönen Erinnerungen und einem Lächeln auf diese Zeit zurückblicken. Es ist traurig, von seinem Tod zu erfahren. Wir möchten seiner Familie in dieser Zeit der Trauer unser Beileid aussprechen."
"Es ist immer noch schwer zu glauben, dass Shaun Glass nicht mehr unter uns ist. Er wurde nur 57 Jahre alt. Niemand liebte Metal mehr als Shaun. Ich nannte ihn den 'Bürgermeister des Metal', denn es gab wirklich keine andere Möglichkeit, seine enorme Rolle in der Metal-Welt auf den Punkt zu bringen. Er kannte jeden in der Metal-Szene. Von den Bands über die Fans bis hin zu den Plattenlabel-Chefs. Und er wurde von allen gleichermaßen geliebt!
Ich traf ihn zum ersten Mal im November 1985 beim World War III Festival in Montreal. Doch erst zehn Jahre später wurden wir enge Freunde. Wie die meisten liebte Shaun den Klatsch und Tratsch. So sehr, dass Dino Cazares ihm liebevoll den Spitznamen 'Blabberglass' gab. Dennoch war er fast 30 Jahre lang mein Vertrauter. Er wusste, welche Bands ich im Auge hatte und wen ich unter Vertrag nehmen würde. Ich habe ihm oft Demos vorgespielt oder seine Meinung zu Produktion, Abmischung und Mastering eingeholt, weil er ein hervorragendes Gehör hatte und eine Autorität in Sachen Metal war. Ich vertraute ihm alle möglichen Insider-Infos und Musik an, selbst damals, als ein Leak einem Album noch einen verheerenden Schlag versetzen konnte, und er hat mich nie auch nur ein einziges Mal im Stich gelassen.
Der 'Glass-Car-Test' wurde zum Maß aller Dinge, zum Goldstandard, zum letzten Wort. Wenn ein Album-Mix oder ein Mastering, das ich ihm vorstellte, den 'Glass-Car-Test' bestand, wusste ich, dass ich auf dem richtigen Weg war. Und er spielte für so viele Bands eine ähnliche Insider-Rolle. Auch für große Bands wie Fear Factory, Machine Head, Trivium und Arch Enemy, um nur einige zu nennen. Die Bands liebten es, Shauns Meinung einzuholen. Sie verließen sich darauf! Sie nahmen ihn in ihren inneren Kreis auf.
Falls ihr denkt, ich übertreibe, hier ist eine Nachricht, die ich Ende letzter Woche von Michael Amott erhalten habe, als wir die niederschmetternde Nachricht erhielten, dass sich die Lage zum Schlechten gewendet hatte: 'Für uns ist es eine Freundschaft seit ’89, viele Metal-Erinnerungen. Und eine ernste Frage: Wer wird jetzt meine Mixe absegnen?'
Auch wenn Shaun als Musiker (zunächst als Bassist und später als Gitarrist) nie den großen Durchbruch schaffte, gab er nie auf. Metal lag ihm im Blut, und er war ständig damit beschäftigt, Songs zu schreiben und aufzunehmen. Er hinterließ zahlreiche großartige Metal-Demos und Alben mit Terminal Death, Sindrome, Broken Hope, Soil, Dirge Within, The Bloodline und Repentance.
Außerdem hinterließ er mit dem Soil-Track 'Halo' einen eiskalten Metal-Klassiker für die Ewigkeit. Der Sound dieses Tracks ist der Hammer. Ja, er wurde von dem genialen Toningenieur Kevin Shirley abgemischt, aber es waren Shauns Input und seine Anleitung sowie die Art, wie er Kevin antrieb, die den Mix auf ein ganz neues Niveau hoben. Die meisten Musiker schaffen es nicht einmal, auch nur einen einzigen Song zu hinterlassen, der eine solche Wirkung hat wie 'Halo'. Und 'Breaking Me Down' ist ebenfalls ein Wahnsinns-Track (allein die Kick-Drum-Klänge in diesem Song sind schon ein Wunderwerk). Ich bin so froh, dass er das geschafft hat und einen großen Song hinterlassen konnte.
Natürlich hatte ich das Vorrecht auf Soil, aber ich hätte niemals in Betracht gezogen, sie unter Vertrag zu nehmen, da ich nicht wollte, dass geschäftliche Interessen jemals meiner Freundschaft mit Shaun im Wege stehen würden. Er hatte Verständnis dafür. Stattdessen verwies ich ihn an einen anderen A&R-Manager bei Roadrunner – den Mann, der Nickelback unter Vertrag genommen hatte –, der sehr interessiert war, aber von James Diener bei J Records überboten wurde. Der Gründer und Präsident von J musste grünes Licht für den Deal geben – der einzigartige Clive Davis.
Shaun war zudem ein liebevoller Familienvater und hinterlässt seine Frau Michelle und ihren gemeinsamen Sohn Maddux. Shaun widmete sich ganz und gar Maddux und war ein echtes Vorbild dafür, wie man ein liebevoller, engagierter und aufmerksamer Vater ist. Maddux war sein Leben, und umgekehrt. Maddux ist ein großartiger Junge – superklug, neugierig und zweifellos Shauns größte Errungenschaft.
Shaun verbrachte seine letzten Tage umgeben von vielen seiner engsten Freunde und Bandmitglieder (ehemaligen wie aktuellen) und erhielt FaceTime-Anrufe von Dutzenden anderen, die nicht vor Ort sein konnten. In seinen letzten Tagen wusste Shaun, wie sehr er geliebt wurde. Dafür haben wir alle gesorgt (…)
Was für ein riesiger Verlust für die Metal-Welt. Ich kann kaum glauben, dass ich diesen Beitrag überhaupt schreibe. Die unglaubliche Welle der Anteilnahme für Shaun in den letzten 24 Stunden überrascht mich nicht. Es ist genau das, was ich erwartet habe, denn auf der Bühne des Lebens war Shaun ein überaus erfolgreicher Rockstar. Ein ganz Großer. Wahrlich der 'Mayor of Metal'!"
Ruhe in Frieden, Shaun!