Große Gefühle für die große Leinwand
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25.03.2026, 14:06

JUDAS PRIEST - Große Gefühle für die große Leinwand

2026 könnte ein geschäftiges Jahr für JUDAS PRIEST werden. Man munkelt von einer Best-Of-Compilation, einem neuen Studioalbum sowie einer anschließenden Welttournee. Aktuell steht allerdings mit „The Ballad Of Judas Priest“ zunächst der erste Kinofilm über die Miterfinder des Heavy Metal im Fokus.

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»Mein wichtigstes Anliegen, als dieses Filmprojekt erstmalig zur Sprache kam, war, als Regisseur jemanden zu finden, dem wir vertrauen können«, beschreibt Rob Halford seine Gedanken im Vorfeld. »Es musste jemand sein, der komplett versteht, worum es im Heavy Metal geht, und was damit verbunden ist. Und sofort dachte ich an Sam Dunn, weil ich viele seiner Filme gesehen habe, die allesamt großartig waren. So hat sich diese machtvolle Verbindung des gegenseitigen Vertrauens entwickelt. Wir haben Sam totales Vertrauen geschenkt und ihn einfach seine Arbeit machen lassen. Das war nicht leicht für mich (lacht), da ich die Tendenz habe, überall mitreden zu wollen, weil ich einfach will, dass es fuckin´ großartig wird (lacht wieder). Wenn dein Gegenüber genauso wie du will, dass es das Beste wird, was es gibt, dann muss man Kontrolle abgeben. Und du musst wissen, dass ich ein fürchterlicher Kontrollfreak sein kann.«
ROCK HARD erhielt für den 15. Februar dankenswerterweise eine exklusive Einladung zur Weltpremiere von „The Ballad Of Judas Priest“ in Berlin. Eine einmalige Erfahrung für alle Beteiligten. Als Rob Halford und in seinem Schlepptau die beiden Regisseure Sam Dunn und Tom Morello auf die große Bühne des zum Kinosaal umgestalteten Multifunktionskomplexes in Berlin-Friedrichshain schreiten, ist kein Klappstuhl in der Music Hall mehr vakant. Schnell übernimmt der redefreudige Morello das Kommando, indem er treffend feststellt, dass sich das zahlreiche Publikum zu jeweils einem Drittel aus Independent-Film-Nerds, Metal-Fans und JUDAS-PRIEST-Ultras zusammensetzt.
Der aufbrausende Applaus, der das Trio auf ihre Plätze inmitten des Saales verabschiedet, weckt Vorfreude. Auch wenn es keinen schwarzen Vorhang gibt, der sich langsam zur Seite schiebt, sondern lediglich ein Berlinale-Logo als Standbild auf der Riesenleinwand Platz macht für die Eingangssequenz des Films.
„The Ballad Of Judas Priest“ ist eine bespielhafte Dokumentation, die nur um sich selbst kreist und ein eigenes Kontinuum erschafft. Und das mit so viel Verve, Stil und Überzeugungskraft, dass man sofort mitgerissen wird. Dunn, bereits ein alter Hase, und Regie-Debütant Morello fangen den Geist, die Seele und das Herz von JUDAS PRIEST mit ihrem Film so trefflich ein, wie es wohl niemand anderes geschafft hätte.
Dramaturgie und Tempo sind perfekt. Die inhaltliche Schwerpunktsetzung geht komplett in Ordnung, das zahlreiche Archivmaterial mischt Bekanntes mit Perlen aus den hinteren Regalreihen – so verzückt etwa ein früher Live-Mitschnitt aus einer japanischen Fernsehshow.
„The Ballad Of Judas Priest“ geht als absolutes Referenzwerk einer Doku über eine Heavy-Metal-Band durch und es bleibt nur zu hoffen, dass sich schnellstmöglich ein deutscher Verleih findet, der diesen gleichermaßen unterhaltsamen wie lehrreichen Streifen flächendeckend in die Lichtspielhäuser dieser Republik bringt.
Inmitten des skizzierten Berlinale-Trubels durften wir zudem ein längeres Einzelgespräch mit Oberpriester Rob Halford führen und danach auch noch den beiden Regisseuren Sam Dunn und Tom Morello im geräuschvollen Restaurant eines Berliner Nobelhotels am Potsdamer Platz kurz auf den Zahn fühlen.
Eine runde Titelgeschichte also, die ergänzt wird von einer Retrospektive der bisherigen Celluloid-Ausflüge der Metal-Gods und einem gewohnt blumigen Essay von Frank Schäfer, der so viele Jahre Bandgeschichte ausleuchtet, dass niemand mehr so genau weiß, wann eigentlich alles begonnen hat. Zu diesem Thema gibt es einen kurzen Einwurf vom Gastschreiber und Priestologen Marcus Marth.
Aber selbst diese prallvollen zehn Heft-Seiten werden dem Stellenwert von JUDAS PRIEST nicht einmal ansatzweise gerecht. Fortsetzung also nicht ausgeschlossen…

Hier findet ihr alle Bestandteile unserer JUDAS PRIEST-Titelstory im Überblick: