Im Grunde genommen wird seit „Now What?!“ im Jahre 2013 spekuliert: Handelt es sich um das letzte Studioalbum von DEEP PURPLE? Wird die Band überhaupt noch live auftreten? Nun, drei Welttourneen und drei Studioalben später – „Infinite“ (2017), „Whoosh!“ (2020) sowie „=1“ (2024) –, eines davon besser als das vorangegangene, sind derlei Spekulationen müßig. Die englischen Hardrock-Gründungsväter haben es allen gezeigt. Auch das bärenstarke neue Werk „Splat!“ dürfte für DEEP PURPLE nicht der Schlusspunkt sein.
2022 ersetzte der Nordire Simon McBride (ehemals Sweet Savage) den Amerikaner Steve Morse an der Gitarre. »Das wirkte wie eine Frischzellenkur auf uns«, erklärt Sänger Ian Gillan im großen Aufmacher-Interview der aktuellen Titelstory. Mit McBride an Bord sind DEEP PURPLE mittlerweile wieder ein rein britisches Team. »Auf Tour zu sein, ist das Ein und Alles für mich«, kommentiert Mannschaftskapitän Gillan, dessen Foto das Frontcover der neuen ROCK HARD Ausgabe ziert, und fährt fort: »Für mich fühlt sich das ganz natürlich an. Warum also damit aufhören? Ich kann in aller Ehrlichkeit sagen, dass ich mich gesünder, glücklicher und erfüllter fühle, wenn ich arbeite, als wenn ich zuhause bin. Ich mag es, daheim zu sein und Zeit mit meinen Freunden und meiner Familie zu verbringen. Aber nach einer Weile werde ich unruhig und ich will wieder zurück auf die Bühne.« Vieles deutet tatsächlich darauf hin, dass die Gastspielreise von DEEP PURPLE in diesem Jahr die größte seit geraumer Zeit werden wird.
Mit im Gepäck ist das neue Album „Splat!“, das ganz und gar nicht nach einem müden Abschiedsgruß klingt. Im Gegenteil! An Motivation mangelt es den Hardrock-Titanen keineswegs. Led Zeppelin und auch Black Sabbath hat man mittlerweile längst überlebt. Aber wer weiß, vielleicht erklimmen Purple mit dem aktuellen Werk in den deutschen Charts zum fünften Mal hintereinander den Platz an der Sonne? Es gibt nicht viel, was man DEEP PURPLE in der aktuellen Verfassung nicht zutrauen würde. Ein Garant für ihre Langlebigkeit und ihren Erfolg ist sicherlich die Bodenständigkeit aller beteiligten Musiker.
Wer könnte sich in dieser Hinsicht als weiterer Gesprächspartner besser anbieten als Simon McBride, der „Jungspund“ in der Band, wie es Ian Gillan mit seinem trockenen britischen Humor ausdrückt. Der Sänger hält große Stücke auf den Gitarristen von der grünen Insel, der „Splat!“ deutlich seinen Stempel aufgedrückt hat, wie wir im ergänzenden Interview erfahren. Es stellt sich die Frage, wie Simon dazu überhaupt noch Zeit gefunden hat, neben seinem eigenen Solo-Projekt und den Einsätzen in Don Aireys Band sowie bei den reaktivierten Sweet Savage. In künstlerischer Hinsicht ist Simon McBride das fehlende Puzzleteil von DEEP PURPLE. Zudem harmoniert der zurückhaltende Nordire menschlich nicht nur mit Kumpel Don Airey, sondern auch mit den alten Hasen Gillan, Glover und Paice.
Komplettiert wird die Story von einem Blick zurück ins Jahr 1973. Im Rahmen der Rubrik „Those Were The Days“ lassen wir den Auftritt von DEEP PURPLE im (auf unterschiedliche Art und Weise) geschichtsträchtigen Berliner Sportpalast Revue passieren.
Viel Spaß bei der Lektüre!
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