ReviewAlbum

Band
MONOMYTH 
Kategorie
Album 
Heft
RH #329 
Titel
Further 
Erscheinungsjahr
2014 
Note
7.5 

Suburban/Soulfood (45:20)
Die bereits Roadburn-erprobten Niederländer begeben sich zum zweiten Mal auf Klangreise durch ihren eigenen Psychedelic-Kosmos. Die vier langen, regelrecht pittoresken Instrumental-Kompositionen erinnern in ihrer atmosphärischen, leicht verspielten, dabei aber dennoch zielstrebig treibenden Art nicht nur an Pink Floyd, sondern auch ein bisschen an Neu!, haben in Sachen Rhythmus was von King Crimson, erreichen die Soundtrack-Qualitäten von Goblin, und dass man Drummer Sander von 35007 kennt, reiht sich perfekt ein. Noch dazu ist der Sound bemerkenswert klar, lebendig und druckvoll. Und das Artwork ist ebenfalls wieder ziemlich ansehnlich ausgefallen. Runde Sache!

3 Fragen an MONOMYTH-Drummer Sander und -Basser Selwyn:

Als „Monomythos“ bezeichnet man die mehrere thematische Abschnitte involvierende Geschichte einer Heldenreise. Ist das etwas, das ihr in eurer Musik abbildet?
Sander: »Ja, MONOMYTH erzählen Geschichten, mit Musik und ohne Worte. Unsere Musik als Ganzes repräsentiert die Reise, und es gibt eine Story hinter jedem Song. Es sind nicht einfach nur einzelne Jams. Die Titel wurden auch nicht zufällig vergeben. Es ist alles miteinander verbunden.«

Wie wichtig ist es bei der ganzen Sache, einen bestimmten Sound hinzukriegen?
Selwyn: »Wir machen Instrumental-Musik, also arbeiten wir sehr hart daran, einen bestimmten Sound zu erschaffen. Die meiste Zeit suchen wir nach dem richtigen Ton sowohl für den Klang als auch für die Komposition. Vieles an wuchtiger Musik ist heutzutage nur eine Wand aus Lärm. Bei MONOMYTH versuchen wir, einen Sound zu kreieren, der transparenter ist, mehr Details hat und den einzelnen Instrumenten ihren Raum lässt. Und wenn diese dann trotzdem wie Lava zusammenschmelzen, war unsere Herangehensweise erfolgreich.«

Es steckt ein großer Krautrock-Einfluss in eurer Musik. Den Krautrockern ging es damals u.a. auch um Abgrenzung von musikalischen Traditionen. Findet Ihr auch, dass viele zeitgenössische Musik zu wenige Experimente wagt?
Sander: »Krautrock ist in der Tat ein großer Einfluss. Ich würde aber gerne auch noch Brian Eno, Steve Reich, Philip Glass und selbst Dance-Musik anführen. Wir suchen nach guten Klang-Kombinationen und experimentieren gerne mit Struktur und Timing. In dem Sinne könnte man sagen, dass wir etwas Ähnliches machen. Aber wir versuchen nicht, irgendetwas aus der Vergangenheit zu imitieren. Es ist auch nicht so, dass wir uns von heutiger Musik abgrenzen wollen. Ein bisschen mehr Experimentierfreude wäre jedoch grundsätzlich begrüßenswert, denn vieles Aktuelles ist sehr engstirnig veranlagt und bleibt auf seiner eigenen Insel, wovon wir durchaus auszubrechen versuchen.« (sd)


Simon Dümpelmann 7.5

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