ReviewAlbum

Band
ORANGE GOBLIN 
Kategorie
Album 
Heft
RH #138 
Titel
Time Travelling Blues 
Note
8.0 

Ein exzellentes Debüt ("Frequencies From Planet Earth"), ein umjubelter Auftritt beim diesjährigen Dynamo-Festival und eine Split-EP, die man zusammen mit Electric Wizard auf dem Man's Ruin-Label von Frank Kozik herausbrachte, haben genügt, um ORANGE GOBLIN an die Spitze der Stoner Rock-Bewegung zu katapultieren. Logisch, daß der Nachfolger "Time Travelling Blues" sich besonderer Beobachtung unterziehen muß. Was die fünf Engländer sich diesmal aus den (wahrscheinlich benebelten) Hirnen geleiert haben, verdient Respekt. Das Etikett "Stoner Rock" hin oder her: In erster Linie sind ORANGE GOBLIN eine astreine Rockband, die sich unüberhörbar an den 70ern orientiert und so manch psychedelische Prise in ihren Songs unterbringt. Sänger Ben Ward und seine Kumpels haben nicht großartig herumexperimentiert, sondern setzen nach wie vor auf hypnotische Gitarrenriffs, eine erdige Produktion und eingängige Songs. Ausufernde Jamsessions wird man auf "Time Travelling Blues" mit Ausnahme des versteckten Bonustracks, der die Band bei lockerer Klimperei und reichlich bekifften Gesprächen (?) zeigt, vergebens suchen. Stattdessen versprüht das Album einen rauhen Charme, der sich dem Hörer allerdings erst nach mehreren Durchläufen erschließt. Ist es soweit gekommen, fressen sich Tracks wie 'Blue Snow', 'Diesel (Phunt)' oder 'The Man Who Invented Time' gnadenlos in den Gehörgängen fest. ORANGE GOBLIN haben den Rock 'n'Roll (natürlich) nicht neu erfunden, aber sie spielen ihn so, wie er klingen sollte: aus dem Bauch heraus, ehrlich und ohne Kalkül. Coole Scheibe.


Thomas Kupfer 8.0

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