ReviewAlbum

Band
HELLOWEEN 
Kategorie
Album 
Titel
Keeper Of The Seven Keys, Part I 
Erscheinungsjahr
1987 
Note

Am 29. August 1987 war ich im Schneckentempo von rund 15 Stunden vom Revier ins badische Pforzheim getrampt (mein nachträglicher Dank geht an die sechs Leute, die mich in Hockenheim als siebten Passagier noch irgendwie in ihren Käfer quetschten, in dem wundersamerweise auch noch vier Kisten Bier Platz fanden...). Spät abends wollte ich im Waggon eines abgestellten Güterzugs ein kleines Päuschen einlegen. An Pennen war jedoch nicht zu denken. Unterhalb des Bahndamms erstreckte sich ein größerer Parkplatz - direkt gegenüber dem Eingang des Festivalgeländes, wo am nächsten Tag das Monsters Of Rock mit Deep Purple, Metallica, Dio, Ratt, Cinderella und HELLOWEEN über die Bühne gehen sollte. Von den erstgenannten fünf Acts war beim Reinfeiern jedoch nicht viel zu hören. Aus den Autotapedecks der vielen tausend anreisenden Fans ballerte bis zum Morgengrauen eigentlich nur eine Scheibe: HELLOWEENs Jahrhundertalbum „Keeper Of The Seven Keys". Das Ganze schepperte wie eine Kakophonie in Blech-Moll. Von Freaks in Slayer-Kutten bis hin zu Ticketbesitzern in Europe-Shirts gab sich die komplette Gemeinde der HELLOWEEN-Mania hin. Die Hamburger Melodic-Speed-Strategen hatten mit der Wahl ihres 19-jährigen Sangeswunders Michael Kiske ebenso ins Schwarze getroffen wie mit der Komposition von Gassenhauern der Sorte ´Future World´, ´A Little Time´, ´Twilight Of The Gods´ und ´I´m Alive´, dem 13-minütigen Monstertrack ´Halloween´ und der Herzschmerzballade ´A Tale That Wasn´t Right´.
Eine ähnliche Euphorie hat kein anderes Album irgendeiner deutschen Metal-Band je erlebt. Und schon gar keine vergleichbaren Verkaufszahlen. Alleine in Germoney wanderten rund eine Viertelmillion Scheiben über die Ladentheken - obwohl Noise-Labelboss Karl Walterbach ein paar Exemplare dazugemogelt haben soll, um sich endlich eine Gold-LP übers Bett hängen zu können...


Matthias Breusch

AMAZONEMPFEHLUNG