ReviewAlbum

Band
ANCESTRAL DAWN 
Kategorie
Album 
Heft
RH #359 
Titel
Souldance 
Erscheinungsjahr
2017 
Note
7.0 

FC Metal (43:25)
Folklore meets Metal: Diese Formel hat schon einige Male funktioniert, solange die Volksmusik nur mystisch genug ist. Von den Anden und der dort ansässigen Inka-Kultur lässt sich das ohne Weiteres behaupten, und so war ich mehr als gespannt, als das Intro der peruanischen Metaller ANCESTRAL DAWN lief, schwere Stiefel einen Pfad entlangstapften und Flötentöne aus einer metallisch eher weniger entdeckten Weltregion erklangen. Doch dann war die Herrlichkeit dahin, und internationaler Symphonic-Prog-Power-Metal (Eckdaten: Stratovarius, Dream Theater, Helloween, Sonata Arctica) übernahm das Zepter, während alles andere zum Beiwerk verkam. Natürlich haben ANCESTRAL DAWN das Recht, ihren Vorbildern nachzueifern, genauso wie Angra oder Sepultura das auf ihre Art auch mal taten. Nur müssen sie auch damit leben, in diesem Vergleich erst mal als zweiter Sieger vom Platz zu gehen. Musikalisch ist die Band hervorragend, aber beim Songwriting (Stichwort: Arrangements, Refrains) platzt zu selten der Knoten. Was „Souldance“ rettet, ist die Tatsache, dass die Jungs noch nicht der Pomadigkeit etablierter Power-Metal-Bands anheim gefallen sind. Hier gibt es zumindest Biss, Spielfreude und Energie zu entdecken - und eine Fantasy-Konzept-Story, die alles andere als abgedroschen klingt. Dass hier von Ralf Scheepers über Fabio Lione bis hin zu Kiske/Somerville die Internationale des Genres ihr Stelldichein gibt, ist für das Selbstbewusstsein der peruanischen Metalszene sicher großartig. Eine organische Integration der lateinamerikanischen bzw. indigenen Einflüsse wäre trotzdem interessanter gewesen. Aber vielleicht kommt das ja noch...


Holger Stratmann 7.0

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