ReviewDynamit

Band
WAKRAT 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #355 
Titel
Wakrat 
Erscheinungsjahr
2016 
Note
8.5 

Earache/Warner (27:51)
Das Klischee lebt. Jedenfalls kommt man nicht umhin, die neue Band von Tim Commerford unmittelbar mit Rage Against The Machine in Verbindung zu setzen. Dafür sind die Anarcho-Attitüde, die unbändige Energie, das rhythmische Niveau und die eingestreuten Licks und Sound-Effekte von Gitarrist Laurent Grangeon einfach zu nahe an den L.A.-Ikonen. Aber what the fuck (um mal im typischen WAKRAT-Slang zu bleiben), wen kümmert das schon? Commerford, dessen Basslinien und erstaunlich passabler Gesang hier die Musik bestimmen, hat ja schließlich jedes Recht dazu. Das Trio spielt im weitesten Sinne High-Energy-Alternative-Punkrock (die meisten Titel sind in drei Minuten durchgebrannt), aber auf eine Art, die man als neu empfinden kann, erfrischend und aufregend. Es klingt nach Proberaum, nach spontan rausgekotzten Slogans und dynamischen, handgemachten Songs, die ohne unnötigen Ballast auskommen. Wie oft hat man davon schon gelesen, doch am Ende wurden im Studio trotzdem technische Eiertänze aufgeführt - hier nicht! WAKRAT klingen tatsächlich roh und ungeschliffen, erinnern sogar ein wenig an die ruppigen Anfangstage von The Police, auch wenn deren Songwriting-Niveau kaum erreicht wird (das von R.A.T.M. im Grunde ebenfalls nicht). Keine Dekaden-Offenbarung also, aber ein supermarkantes Debüt mit tödlichen Schrapnellen wie ´Generation Fucked´, ´The Thing´, ´Knucklehead´ und ´Sober Addiction´. Wer immer auf die Schnapsidee kommen sollte, sich dieses Trio ins Vorprogramm zu holen, hat schon verloren.


Holger Stratmann 8.5

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