ReviewDynamit

Band
DARKHER 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #352 
Titel
Realms 
Erscheinungsjahr
2016 
Note
8.5 

Prophecy/Soulfood (44:53)
Okay, hat sie mich doch rumgekriegt. Jayn H. Wissenberg, Britin aus West Yorkshire, im Brotberuf vermutlich Klangschalenschmiedin oder Tarot-Therapeutin, legt mit „Realms“ ein Langdebüt vor, das mir nach flüchtigem Erstverzehr einen leicht schalen Nachgeschmack bereitete: Die Songtitel müffeln wie aufgeschäumte Eso-Soße (´Spirit Walker´, ´Buried´), und der „Masters Of The Universe“-Gedächtnisname DARKHER (Dunkel-Sie! He-Man, anyone?) lässt auf höchstpubertären Gothic-Weltschmerz schließen. Aber die besten Sachen muss man halt mehrfach genießen, widerkäuende Kühe wissen da Bescheid. Heißt: Dieses Album kommt langsam, aber gewaltig. Mit der grazilen Mischung aus Elektrobässen und tiefergelegten Gitarren in ihrem Tuschekasten tupft Wissenberg hinreißende Skizzen in Grauschattierungen in den Äther, dabei kommen eher sich windende Tonströme als klar strukturierte Songs heraus. Wer Referenzen braucht: irgendwo zwischen Chelsea Wolfe, nur (post)rockiger, Sólstafir, nur viel zarter - und in ihren allerallerbesten Momenten (´The Dawn Brings A Saviour´) ein Hauch der ewigen Portishead (Nebenbei-Tipp: „Gonga“, „Beth Gibbons“ und „Black Sabbeth“ googeln, dann anhören). Very nice.
*Thorsten Dörting


8.5

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