ReviewDynamit

Band
MACHINE HEAD 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #293 
Titel
Unto The Locust 
Erscheinungsjahr
2011 
Note
9.0 

Roadrunner/Warner (49:08)
Wie kann man „The Blackening“ toppen, ein Album, das eine Grammy-Nominierung erhalten hat, als Album des letzten Jahrzehnts geehrt wurde und das Metallica als Einfluss für ihre Musik bezeichnet haben? Indem man selbstbewusst feststellt, dass ein neues Jahrzehnt mit einer neuen Chance, „Album der Dekade“ zu werden, angebrochen ist, und unbeirrt im Willen, sich musikalisch weiterzuentwickeln, nach vorne schreitet. „Unto The Locust“ benötigt mehrere Durchläufe, um seine detailverliebte Brillanz zu entfalten, obwohl die sieben Tracks mit knapp sechs bis achteinhalb Minuten Länge schon kürzer und weniger progressiv ausgefallen sind als auf „The Blackening“. MACHINE HEAD präsentieren sich auf ihrem siebten Studioalbum so vielschichtig und experimentell wie nie zuvor, ohne den Bezug zur eigenen Thrash-Basis zu verlieren. Kompositorische Innovation und Tradition halten sich die Waage. Komplexität und simple Durchschlagskraft gehen Hand in Hand.
Schon der Opener ´I Am Hell´ ist ein überwältigendes Metal-Opus mit sakralem A-cappella-Intro, düsteren Doom-Referenzen und einem mediterran anmutenden Zwischenspiel, das den Ruhepol im gewaltigen Thrash-Riffsturm bildet. ´Be Still And Know´ kokettiert mit NWOBHM-Gitarren, wohingegen der eingängigste aller Albumtracks, ´Locust´, mit mächtigen Melodien mitreißt. Ein akustisches Gitarren-Intro ebnet den Weg zu den apokalyptischen, mit dezenten Black-Metal-Vibes versehenen Thrash-Riffs und Blastbeats von ´This Is The End´, die von Robert Flynns und Phil Demmels Soloeinlagen aufgelockert werden. ´The Darkness Within´ ist so was wie der Nachfolger von ´Descend The Shades Of Night´ und entpuppt sich als gefühlvolle Hommage von Flynn an seine Liebe zur Musik. ´Pearls Before Swine´ attackiert mit komplexem Riffing, bevor das Schluss-Epos ´Who We Are´ mit einem Kinderchor einsetzt. Noch einmal blitzen unter einem epischen Mantel Maiden-Referenzen hervor, und noch einmal packen einen MACHINE HEAD so lange mit einem melodischen Refrain, bis das 50-Minuten-Werk stilvoll mit Streichern endet.


Conny Schiffbauer 9.0

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