ReviewBuch

Band
VAN HALEN 
Kategorie
Buch 
Heft
RH #373 
Titel
Teufelspakt - Die Ära mit David Lee Roth 
Erscheinungsjahr
2018 
Note

Noel E. Monk
(Hannibal Verlag)
Nein, wir machen das Fass nicht wieder auf und diskutieren, ob es sich bei dem VAN HALEN-Line-up der ersten sechs Alben um das einzig wahre handelt oder ob auch die Phase mit Sammy Hagar am Mikro ihre Berechtigung hatte. Noel E. Monk, der die Band im Zeitraum von 1978 bis 1985 erst als Tourmanager und dann als Personal Manager betreute, konzentriert sich in seinem Buch auf die goldene Ära mit Diamond Dave, denn nach dessen Abschied endete auch sein Engagement bei der Band, die wie kaum eine andere das Lebensgefühl Kaliforniens auf die größten Bühnen der Welt transportierte. Monk übernimmt die Band vor ihrer ersten US-Tour im Vorprogramm von Journey und Ronnie Montrose (die kurz zuvor beendete Sex-Pistols-Tour durch die USA, die Monk als Tourmanager halbwegs unfallfrei überstanden hat, qualifiziert ihn in den Augen des Labels…) und begleitet sie bis zum Ausstieg von Roth, der 1985 seine Solokarriere startet. Ein Reißer im Stile von „The Dirt“ ist „Teufelspakt“ zwar eher nicht, denn Monk musste sich nach seinem Rauswurf vertraglich dazu verpflichten, einige Jahrzehnte lang kein Buch über VAN HALEN zu schreiben, was detaillierten Erinnerungen abträglich gewesen sein dürfte, aber zwischen den Zeilen des knapp 400 Seiten starken Buches erkennt man eine Band, in der Michael Anthony meist den Posten des unbedarft-unschuldigen Bassers gab, während Eddie und Alex Van Halen als heftig saufende Koks-Zombies für die Skandale zuständig waren. David Lee Roth natürlich nicht zu vergessen, den Monk als größenwahnsinnige Primaballerina porträtiert, seine Frontmann-Qualitäten gemeinsam mit Eddies bahnbrechendem Gitarrenstil aber als DEN Erfolgsfaktor bei VAN HALEN einzuordnen weiß. Der endgültige Absturz der Band beginnt, als man Michael Anthony nach Veröffentlichung des „1984“-Albums rückwirkend (!) seine Songwriting-Credits aberkennt und selbst der gigantische Verkaufserfolg der Platte die übergroßen Egos von Eddie Van Halen und David Lee Roth nicht mehr ins Gleichgewicht bringen kann. Wie gesagt: „Teufelspakt“ ist kein lupenreines Skandal- oder gar Enthüllungsbuch, aber der Leser bekommt einen guten Einblick in das (frühe) Innenleben der Band und die Charakterzüge der einzelnen Mitglieder.


Thomas Kupfer

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