ReviewBuch

Band
PEARL JAM 
Kategorie
Buch 
Heft
RH #302 
Titel
Twenty 
Erscheinungsjahr
2012 
Note

(Hannibal)
Man mag zu PEARL JAM stehen, wie man will: Die Konsequenz, mit der die Grunge-Pioniere seit über 20 Jahren ihr Ding durchziehen und sich trotz aller kommerziellen Erfolge (denen sich die Band phasenweise bewusst verweigerte) ihre Integrität bewahrt haben, nötigt selbst engagiertesten Kritikern Respekt ab. „Twenty“, die deutsche Fassung der pünktlich zum zwanzigjährigen Bestehen erschienenen Bandbiografie, arbeitet dementsprechend eben auch nicht ausschließlich die längst bekannten Karriere-Eckdaten ab, sondern fördert tonnenweise Insiderwissen zutage. Das ist Klasse, macht Spaß, weil neben sämtlichen PEARL JAM-Musikern auch enge Freunde wie Cameron Crowe, Chris Cornell, Jerry Cantrell, Bruce Springsteen, Neil Young und Dave Grohl ihre Sicht der Dinge schildern und die Band aus ihren Archiven tonnenweise rare Fotos, Zeichnungen und handschriftliche Notizen hervorgekramt hat. Vor allem letztere machen ein für alle Mal deutlich, dass man es bei Eddie Vedder und Co. mit Besessenen, mit absoluten Musik-Fanatikern, die monatelang über ein und denselben Song diskutieren können, zu tun hat. Das darf man nerdy finden (vor allem die exakt aufgelisteten, sich ständig verändernden Setlists wirken auf Leute, die eben keine Die-hard-Fans sind, auf Dauer ermüdend), es beweist aber auch, dass man durchaus 60 Millionen Platten verkaufen kann, ohne das wirklich Wichtige, nämlich die Musik, aus den Augen zu verlieren.
„Twenty“, das für wenig mehr als 20 Euro erhältlich ist, dürfte somit sogar von selbsternannten Underground-Päpsten Anerkennung erfahren.


Thomas Kupfer

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