ReviewArschbombe

Band
ODROERIR 
Kategorie
Arschbombe 
Heft
RH #180 
Titel
Laßt Euch sagen aus alten Tagen 
Note
0.0 

In der Halbzeitpause des Spiels Alemannia Aachen gegen Eintracht Frankfurt steckte mir Albrecht die Information, dass eine ?interessante? Rezension auf mich zukäme. Eine Woche später wusste ich dann, was der Kollege unter ?interessant? versteht...
Zu den Fakten: ODROERIR aus Thüringen spielen nach eigenen Angaben Pagan Metal und würden sicherlich gerne in einer Liga mit In Extremo, Skyclad und Falconer spielen. Davon sind sie jedoch so weit entfernt wie ihre Landsleute von Carl Zeiss Jena von der Champions League-Teilnahme.
Das Intro ´Präludium´ ist etwa so disharmonisch wie Hellhammers legendäres ´Triumph Of Death´. Der Schalmeien-Einsatz klingt dabei so grauenhaft, als würde Buffo seine gefürchteten Blähungen (in Fachkreisen werden ?Death-? und ?Black Metal-Farts? unterschieden) durch dieses ehrwürdige Instrument katalysieren.
In der Biographie ist die Rede von ?bahnbrechenden Stücken, erhabenen Gesängen, außergewöhnlichem Gespür für eingängige Melodien, ausgefeiltem Songwriting und wunderschönen Balladen?. Würde gerne mal wissen, nach wie vielen Litern Met dieser Schwachsinn geschrieben wurde. Dreht die Formulierungen einfach mal ins Gegenteil um, und ihr wisst, was Sache ist.
Einen Produzenten hat man erst gar nicht erwähnt - kein Wunder! Welcher Techniker würde sich mit solchen musikalischen Stümpern in einem Studio zusammenrotten und seinen Ruf und seine Nerven verspielen? Den Plattenvertrag hat sich das Quintett nach einer gemeinsam durchzechten Nacht mit den Jungs vom Label erschlichen. Trinkfest ist man also. Leider schafft es der Hörer nicht, sich die Platte schön zu saufen.
Interessant (ohne Anführungsstriche) ist dagegen nur das textliche Konzept, in dem man sich mit der vormittelalterlichen Geschichte seines Landes auseinandersetzt. ?Thüringen, was ist nur geschehen? Dein Untergang, er naht, durch diese Freveltat?, heißt es passenderweise in einer Strophe: In vergangenen Zeiten wäre die Bande für die vorliegende musikalische Schandtat sicherlich von den Landsleuten aus der Heimat vertrieben worden. (Geteert, gefedert und mit einer glühenden Mistgabel im Hintern! - Red.)
Aufgrund der infamen Schnittmenge von musikalischen Defiziten, fehlender Songwriter-Qualität und der misslungenen Produktion springen hier so viele Punkte heraus, wie die Eintracht in Aachen holte: nämlich null. Mein Honorar verstehe ich ausdrücklich als Schmerzensgeld!


Wolfram Küper 0.0

AMAZONEMPFEHLUNG