ReviewAlbum

Band
HELHEIM 
Kategorie
Album 
Heft
RH #357 
Titel
IandawarijaR 
Erscheinungsjahr
2017 
Note
8.0 

Dark Essence/Soulfood (57:31)
Kaum ist ein Jahr vergangen, stehen die produktiven Bergener HELHEIM schon mit ihrer neuen Platte in der Tür. Dabei folgen sie konsequent einer charakteristischen Mischung aus schwarzer Aggression, epischen Arrangements und akustischen Anteilen. Eine Verwandtschaft zu Enslaved ist nicht von der Hand zu weisen, schließlich war der erst kürzlich dort ausgestiegene Herbrand Larsen für das Mastering von „IandawarijaR“ verantwortlich. Doch HELHEIM sind stets eine Spur roher und direkter. Die erstaunlich hohe Vielfalt zeigt ´Rista Blodørn´, das treibend und von Screams begleitet beginnt und im Verlauf permanentem Wandel untersteht. Der anschließende Titelsong knackt die Zehn-Minuten-Marke und punktet mit tollen Leadmelodien und stets nach vorn marschierendem Midtempo-Rhythmus. Was die Band auch nach 25 Jahren Erfahrung noch verbessern kann, ist der latent schiefe Chorgesang. Sonst ´ne überzeugende Sache!
4 Fragen an HELHEIM-Kopf V´gandr (b./v.):

HELHEIMS neuntes Album trägt den Titel „IandawarijaR“. Kannst du den Namen und seine Bedeutung erklären?

»Das ist altnordische Sprache und wurde in einer Runen-Inschrift gefunden. Im Englischen könnte es „Protector Of Lands“ heißen.«

Mein Favorit des Albums ist ´Rista Blodørn´, „Blutaar“ auf Deutsch. Es gibt viele Interpretationen zu diesem Exekutionsritual. Was ist eure Perspektive dazu?

»Ich habe das ganze Konzept in einen modernen Kontext gesetzt. Es repräsentiert die höchste Form der Erniedrigung. Das ist es, was ich darstellen wollte. Es ist ein Mittel zum Zweck, wenn du verachtet wirst. Wie der mittelalterliche Sündenbock, nur viel finsterer und bildhafter.«

Eure Musik ist sehr rau und ursprünglich auf der einen und sehr vielfältig auf der anderen Seite. Wie arbeitet ihr an Songs, deren Stimmung und Instrumentation so häufig wechseln?

»H´grimnir und ich formen das Grundgerüst, und wir haben auch viele Ideen dazu, wie man Pauken und Hörner einsetzen kann. Ebenso die atmosphärische Gitarrenarbeit. Dann kommen Noralf und Hrymr hinzu und helfen bei der Ausarbeitung. Es geht immer darum, etwas zu erschaffen, das wir selbst gern hören würden.«

Auf einem aktuellen Bandfoto erscheint ihr in modernem Umfeld. Früher trugt ihr Kettenhemden. Inwiefern hängen Vergangenheit und Gegenwart bei HELHEIM zusammen?

»Es gibt eigentlich keine tiefere Bedeutung, als dass wir uns weiterentwickeln wollten. Wir hatten die Kettenhemden satt und wollten etwas Neues machen.« (mes)


Meredith Schmiedeskamp 8.0

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