ReviewAlbum des Monats

Band
ATLANTEAN KODEX 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #317 
Titel
The White Goddess 
Erscheinungsjahr
2013 
Note
10.0 

Cruz Del Sur/Soulfood (55:54)
Selten, ganz selten erscheinen Platten, die aus dem Wust so deutlich herausragen, dass sie kaum mit normalen Maßstäben zu messen sind und sich eigentlich gar nicht in Konkurrenz befinden mit den ganzen profanen Durchschnittsveröffentlichungen - und seien diese „objektiv“ auch noch so gut. „The White Goddess“ ist eine solche Platte, eine Platte, die sich nicht an Meilensteinen wie Manowars „Into Glory Ride“ und „Hail To England“, Bathorys „Hammerheart“ und „Twilight Of The Gods“, Warlords „Deliver Us“ und Fates Warnings „Awaken The Guardian“ orientiert oder „abarbeitet“, sondern die auf einer Stufe steht und selbstbewusst aus jeder Pore Relevanz und großes, ungefiltertes Gefühl schwitzt, so, als wäre Musik kein Hobby oder Interesse, sondern schlicht und einfach der einzige Weg, das Leben, diese uns hingeworfene, geschenkte, überfordernde Großartigkeit und Herkulesaufgabe, irgendwie zu verstehen.
„The White Goddess“ brüllt hier vor schierer Kraft, das Album stirbt dort beinahe in Melancholie, und es tut das immer mit einer nicht zu begreifenden Chuzpe, mit einem immensen Stolz, der der Dunkelheit, die beinahe orthodoxen Death- und Black-Metal-Regionen entstammt, stets mehr als einen Funken Hoffnung und gesunden Fatalismus entgegensetzt. Welchen der fünf Epic-Metal-Giganten auf dieser Platte man als den allergrößten ansieht, spielt keine Rolle: Der auf unserer letztmonatigen Lauschangriff-CD enthaltene Opener ´Sol Invictus´ ist sicherlich das Maximum an Eingängigkeit, das die Bayern anzubieten bereit sind, und ´Twelve Stars And An Azure Gown´ traut sich streckenweise in sehr zurückhaltend instrumentierte Gefilde, um das Wort „balladesk“ zu vermeiden. Dafür erschlagen den Hörer ´Heresiarch´ und ´Enthroned In Clouds And Fire´, dessen Großartigkeit Worte nicht nahe kommen können, mit ihrer immensen, fast gewalttätigen Härte, und wenn Manowars ´Bridge Of Death´ jemals einen Nachfolger bräuchte, ´White Goddess Unveiled´ stünde Gewehr bei Fuß.
Nein, man muss es so schreiben: Etwas Besseres als dieses Album hat man im Heavy Metal in den letzten zehn, wahrscheinlich 20 Jahren nicht gehört.

LINE-UP
Markus Becker (v.)
Manuel Trummer (g.)
Michael Koch (g.)
Florian Kreuzer (b.)
Mario Weiß (dr.)

DISKOGRAFIE
Vestal Claret/Atlantean Kodex (Split-12“, 2007)
The Pnakotic Demos (EP, 2007)
A Prophet In The Forest (EP, 2008)
The Annihilation Of Koenigshofen (Live-LP, 2009)
The Golden Bough (2010)
The Annihilation Of Nürnberg (Live-Tape, 2010)
Goddess Rising Demo (Tape, 2012)
The White Goddess (2013)

DIE PATEN
Dieses Album könnte euch gefallen, wenn ihr auf eine (oder mehrere) der folgenden Bands steht:
Bathory * Manowar * Solstice * Fates Warning * Manilla Road * Cirith Ungol * Warlord * Brocas Helm * Doomsword * Heavy Load * Pagan Altar * Gatekeeper * Procession * Ereb Altor * Scald


Boris Kaiser 10.0

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