ReviewAlbum des Monats

Band
HAIL OF BULLETS 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #281 
Titel
On Divine Winds 
Erscheinungsjahr
2010 
Note
9.0 

Metal Blade/Sony (48:27)

Magisch. Etwas anderes fällt mir dazu nicht ein. HAIL OF BULLETS verstehen es perfekt, einen altgedienten Death-Metaller, der von der ganzen Höher-schneller-frickeliger-Entwicklung der letzten Jahre die Nase gestrichen voll hat, mit einem zufriedenen Grinsen in die Nacht zu schicken. „On Divine Winds“ hat alles, was eine Platte in diesem Segment braucht: Kraft, Energie, Ideenreichtum, erhabene Riffs, majestätische Harmonien. Nur keine Blastspeed-Attacken und Labyrinth-artigen Gitarren-Kaskaden. Und dafür liebe ich HAIL OF BULLETS. Eine solche Ego-Befriedigung brauchen diese erfahrenen Musiker nicht. Und hier will ja nicht ernsthaft jemand an der spielerischen Klasse von Leuten wie Ed Warby oder Stephan Gebedi zweifeln, oder?
Ja, mir geht einer ab, wenn Martin van Drunen in ´Tokyo Napalm Holocaust´ das ganze Elend des vernichtenden Flächen-Bombardements der japanischen Hauptstadt herausschreit und dazu eine schwer melancholische Melodie den düsteren Death Metal der Holländer noch bedrohlicher erscheinen lässt. Generell ist es der Band bestens gelungen, die Stimmungen der Texte musikalisch einzufangen. Ein Song wie ´Kamikaze´ kann nur mit einem echten Riff-Inferno umgesetzt werden, genauso wie die Einführung in die Thematik ein verhältnismäßig komplexes Kostüm braucht, wie es ´The Mukden Incident´ ist. Es gibt keinen Zweifel: „On Divine Winds“ ist ein Lehrstück in Sachen Death Metal.


Frank Albrecht 9.0

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