ReviewAlbum des Monats

Band
KEVIN MARTIN & THE HIWATTS 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #205 
Titel
The Possibility Of Being 
Note
8.5 

(46:24)
Erinnert sich noch irgendjemand an Candlebox? Immerhin konnten die Post-Grunger/Alternative-Rocker aus Seattle von ihren drei CDs insgesamt mehr als fünf Millionen Einheiten absetzen, bevor sich das Quartett Ende der Neunziger auflöste. Umso besser, dass zwischen der grandiosen finalen Candlebox-Scheibe „Happy Pills“ (´98) und dem ersten, von Kelly Grey (Candlebox, Queensryche, Nevermore) produzierten Soloalbum von Ausnahmesänger/Gitarrist Kevin Martin stilistisch kein Blatt Papier passt. Was ich als Rush-Fan an Kevins Organ besonders mag, sind die unterschwellig auszumachenden Geddy-Lee-Vibes, die die leicht heisere Stimme zu einer der originellsten und schönsten der gesamten Branche machen. Aber auch als Songschreiber war und ist der Mann eine echte Bereicherung. Anstatt wie Nickelback, Creed oder 3 Doors Down Hits von der Stange zu komponieren, setzt Mr. Martin auf anspruchsvoll arrangierte Stücke, die der breiten Masse einen Tick zu sperrig sein dürften.
Ein besonders glückliches Händchen beweist Rilke-Bewunderer Kevin dabei in puncto Balladen (´If We Could´, ´Thoughtless Innuendos´, ´Restless´ & ´Walk Away´), deren Kitschfaktor gen Null tendiert, wenngleich auch härtere Nummern wie das treibende ´Identify´, die authentische Hymne ´Telepathic Rock & Roll´, das nicht nur textlich interessante ´Enemy´ oder die amtlich groovende „Ouvertüre“ ´Amedia´ zu überzeugen wissen.
Unterm Strich ist „The Possibility Of Being“ ein großartiges, zeitloses Rockalbum, bei dem mir auch in 30 Jahren im Altersheim garantiert noch einer abgehen wird (die armen Schwestern... - Red.). Wetten?


Uwe "Buffo" Schnädelbach 8.5

AMAZONEMPFEHLUNG