ReviewAlbum des Monats

Band
GOREFEST 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #108 
Titel
Soul Survivor 
Erscheinungsjahr
1996 
Note
9.5 

Ich hätte beim besten Willen nicht gedacht, daß GOREFEST noch mal an ihr letztes Hammeralbum "Erase" herankommen würden, aber "Soul Survivor" belehrt mich eines Besseren. Und das war nur möglich, weil GOREFEST erneut eine stilistische Kurskorrektur vorgenommen haben, denn besser als auf "Erase" kann man stampfenden Death Metal nicht bringen. Die Holländer haben sich also verändert, doch den neuen Stil zu beschreiben, ist nicht gerade die einfachste Aufgabe. Ich versuch's trotzdem mal: Mit ursprünglichem Death Metal hat der Sound nur noch am Rande etwas zu tun, auch wenn die Scheibe mindestens genauso heavy klingt wie der Vorgänger. Hinter den überwiegend im superheftigen Midtempo gehaltenen Songs steckt auf jeden Fall eine Menge Wucht. Dabei brillieren vor allem Klampfer Boudewijn mit exzellenten und äußerst melodischen Soli und natürlich einmal mehr Drummer Ed Warby, bei dem einfach jeder einzelne Schlag durchdacht wirkt. Das Grundgerüst der Tracks klingt sehr Seventies-lastig, was nicht nur an netten Effekten wie der Hammond-Orgel bei 'Electric Poet' liegt. Nein, es scheint, als ob die Jungs in der letzten Zeit viel Trouble gehört hätten und diese Einflüsse nun mit mächtigen Heavy Metal-Elementen verbinden. Songs wie 'River', 'Demon Seed' oder das Titelstück haben jedenfalls Hitcharakter und dürften wirklich JEDEM Freund hartmetallischer Klänge gefallen - mit einer Einschränkung allerdings: An Jan-Chris' Vocals werden sich auch weiterhin die Geister scheiden, denn der Shouter hat sich seinen bewährten deftigen Gesangsstil nicht abgewöhnt. Ob der zum neuen GOREFEST-Sound paßt oder nicht, ist Geschmackssache. Ich jedenfalls find's richtig klasse.


Frank Albrecht 9.5

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