RH #372Special: Metal im Iran

Zwischen Thrash und Todesstrafe

Andi Rohde

Ich sitze zum dritten Mal in meinem Leben in einem Flieger nach Teheran. Mir ist etwas mulmig, wie beim ersten Mal, weil ich nicht wusste, was mich erwartete, oder beim zweiten Mal, weil ich einen Metal-Drumming-Workshop geben sollte, obwohl diese Musikrichtung im Iran verboten ist. Und dieses Mal? Dieses Mal, weil ich kein Visum habe…

Aber ich weiß, was mich erwartet, Metal ist nicht mehr verboten, und das Visum bekomme ich am Flughafen und muss nicht Wochen vorher zweimal zur Botschaft gehen. Es ist also einiges einfacher geworden, „besser“ will ich nicht schreiben, obwohl viele Iraner es so empfinden und auch sagen. Aber wer bin ich, dies als Außenstehender so allgemein zu beurteilen? Ja, wer bin ich denn eigentlich? In diesem Fall bin ich Gastdozent der Modern Music School und im Iran, um die zweite Filiale dieser Schulkette dort einzuweihen, Workshops und Unterricht zu geben. Aber ich möchte diese Reise zu noch viel mehr nutzen: das Land, seine Menschen und ihre Kultur noch tiefer kennenlernen, die persische Sprache lernen, viel vom Land sehen und mit vielen Menschen sprechen, um zu erfahren, was sich geändert hat, seit ich das letzte Mal vor zweieinhalb Jahren hier war und in der Rock-Hard-Ausgabe 342 über die iranische Metal-Szene berichtete.
Und was hat sich nun geändert? Das erzählt mir zum Beispiel Aria Moghaddam (24), ein ambitionierter Metal-Musiker. Wir sitzen im „Cafe Rock“, man trinkt Tee oder Kaffee, isst Kuchen, ärgert sich, dass Instagram und gestern Abend...

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