RH #362Titelstory

»Alle, für die Rockmusik ein Lebenselixier ist, haben zugeschaut!«

Peter Sommer & Peter Rüchel

Seit 1974 schreibt der ROCKPALAST des WDR Fernsehgeschichte. Dass die Übertragung von legendären „Rocknächten“ mit The Who oder ZZ Top einst ein Frontalangriff auf die (west-)deutsche Spießermoral war, kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen.

Heute gibt es alles auf YouTube. Sogar jeden Furz, der jemals im Fernsehen lief. Es ist müßig, die Entwicklung des Musikfernsehens zu skizzieren. Die kann jeder Musikfan mühelos herunterbeten. Erst kamen im Zuge der Privatsender MTV und VIVA, heute dominiert das Internet die Reichweiten. Es ist fast schon erstaunlich, dass es den „Rockpalast“ überhaupt noch gibt. Und dass dieses legendäre, bläuliche Logo seit 2010 auf der Rock-Hard-Festival-Bühne leuchtet. Heavy Metal im „Rockpalast“. Eine Zeit lang – ausgerechnet als die Musik Mitte der Achtziger auf ihren künstlerischen Höhepunkt zusteuerte – war das beinahe ein Ding der Unmöglichkeit. Der Mann, der darüber Auskunft geben kann, ist 2017 gleich doppelter Jubilar. „Rockpalast“-Erfinder Peter Rüchel ist in diesem Jahr 80 Jahre alt geworden und sein „Baby“ immerhin halb so alt. 2003 hat Rüchel den Stab an seinen jüngeren Kollegen Peter Sommer weitergegeben, der das Format stilistisch weiter auffächerte. Zu Wort kommt Sommer beim gemeinsamen Interview im Kölner Sender allerdings kaum. Rüchel ist mal wieder in Erzähllaune. Aber genau deswegen ist das Rock Hard ja gekommen. Das Interview dauert satte 100 Minuten. Noch bevor die erste Frage gestellt wird, ist Rüchel im Thema.

Rüchel: »Ich...

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