RH #338Interview

OBSEQUIAE

Non serviam

OBSEQUIAE

OBSEQUIAE aus den USA legen mit „Aria Of Vernal Tombs“ eines der originellsten Alben des Jahres vor, indem sie ihre Orgie aus Black- und Death Metal mit den Klangfarben der Alten Musik untermalen.

Das sind so die Momente, die einen daran erinnern, warum man eigentlich Musik liebt: Man bekommt eine Band zur Besprechung, von der man bislang kaum etwas gehört hat, liest im Beipackzettel irgendwas von „Mittelalter“ und stellt sich insgeheim bereits auf einen gepflegten Verriss ein - und von den ersten Takten an läuft es einem eiskalt den Rücken runter. Nach drei Songs schüttelt man noch verblüfft den Kopf, ab der Albummitte fängt man an, eine wilde Hoffnung zu hegen, und nach 45 Minuten verspürt man pure Euphorie und die Gewissheit - da ist es wieder. Das Gefühl, das man hatte, als man zum ersten Mal Alben wie „Storm Of The Light´s Bane“, „Anthems To The Welkin At Dusk“ oder „Vittra“ gehört hat.

Die Geburtshelfer dieses jüngsten Klassikers sind OBSEQUIAE aus Minnesota, die mit „Aria Of Vernal Tombs“ ein Album vorgelegt haben, das nahezu perfekt ist: Von der Produktion über die hypnotischen Melodien zwischen Death- und Black Metal bis zum Artwork und der mittelalterlichen Atmosphäre stimmt hier eigentlich alles. Dabei erinnert das klassische Harmonieverständnis des US-Trios mehr an europäische Bands, als es bei etlichen EU-Formationen selbst der Fall ist.

»Mit Musik aus Europa bin ich aufgewachsen, auch meine Eltern haben viel traditionelle Musik gehört und Instrumente...

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