RH #309Titelstory

GOJIRA

Neues Denken

GOJIRA

Vor einigen Jahren wäre eine international erfolgreiche Thrash-Metal-Band aus Frankreich noch unvorstellbar gewesen, jetzt ruhen sogar die Hoffnungen einer ganzen Generation junger Metalfans auf den Schultern des Quartetts aus der Region Bordeaux.

Der Ritterschlag kam von Metallica-Frontmann James Hetfield im gemeinsamen Rock-Hard-Interview (Heft 303): »Das ist ein neues, frisches Denken in Sachen Texte, Kunst und Riffs. Wie das Heraufdämmern einer neuen Musikrichtung.« Ein nicht zu knappes Lob aus berufenem Munde.

GOJIRA führen das musikalische Erbe von Bands wie Voivod, Sepultura, Fear Factory oder den frühen Metallica fort und fügen dem Ganzen schon von Beginn an eine ganz eigene Note hinzu. Mit ausufernden Tapping-Melodien, überfallartigen Stakkato-Attacken, gesampelten Drums und direkt über Digital-Amps ins Mischpult gespielten Gitarren paaren GOJIRA spielerische Präzision mit Stilmitteln auf der Höhe der Zeit. Jedoch nicht zum Selbstzweck, sondern um die Wut gegenüber einer technisierten Welt künstlerisch zu vertonen. In ihren Texten geht es um Selbstfindung, Philosophie, Umweltzerstörung und unser gestörtes Verhältnis zur Natur. Damit greifen GOJIRA Themen auf, denen sich jeder halbwegs intelligente Mensch heute stellen sollte und die Teil ihrer Popularität wurden, weil sich viele Fans damit stärker identifizieren als mit den nichts sagenden Phrasen und Fantasien der meisten anderen zeitgenössischen Bands. 

Computer spielen im kreativen Prozess jedoch eine...

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