RH #303Interview

Musikfernsehen mit Niveau

RCK.tv

Aufmerksamen Rock-Hard-Lesern wird es längst aufgefallen sein: Seit gut einem Jahr kooperieren wir mit dem Musiksender RCK TV. Musikfernsehen? Ja, das gab es vor den Zeiten von Klingeltönen, Dating- und Reality-Shows tatsächlich mal. Warum eine kleine, aber feine Zielgruppe von Rockfans nach wie vor auf dieses Format setzt und sich seine Reichweite bald erweitern wird, erzählt uns Sarah Afshar, zuständig für Marketing und Distribution bei RCK TV.

Sarah, was hat euch nach dem Niedergang von VIVA und MTV dazu bewogen, auf die Karte Musikfernsehen zu setzen?

»Der Glaube an die Zukunft des Musikfernsehens. Den Schritt, Musiksender anzubieten, haben wir vor allem aus der Beobachtung heraus gemacht, was mit MTV und VIVA passierte. Als unsere Sender RCK TV und Jukebox 2007 on air gingen, war unsere Devise, den Zuschauern und Musikbegeisterten wieder echtes Musikfernsehen nach Hause zu bringen. Und zwar nicht auf dem Laptop, PC oder dem Mobiltelefon, sondern im guten alten Fernsehen. Wir wollten ein Programm machen, in dem es ausschließlich Musik zu sehen gibt und sonst nichts. Das ist auch heute noch unser Anliegen. Studien zeigen, dass auch in Zeiten der Digitalisierung nichts über das klassische TV-lean-back-Erlebnis mit der Fernbedienung in der Hand geht.«

Welche Fehler gilt es bei der Programmgestaltung zu vermeiden?

»Musikfernsehen sollte auch Musikfernsehen bleiben. Was draufsteht, sollte auch drin sein. Es ist ein Fehler, qualitativ hochwertiges Musikprogramm durch qualitativ weniger wertige Reality-Formate auszutauschen, um Kosten oder Aufwand zu sparen. Natürlich müssen auch wir versuchen, den Mehrwert von Pay-TV zu erhalten, indem wir, wenn überhaupt, nur sehr wenig und dann inhaltlich für den Zuschauer ansprechende Werbung ausstrahlen, wie z.B. für das aktuelle Rock-Hard-Magazin oder für andere Kooperationspartner aus dem Musikbereich, mit denen wir zusammenarbeiten.«

Welche Visionen und Konzepte verfolgt der Sender?

»RCK TV bietet nicht nur Metallern oder Hardrockern eine Plattform. RCK TV soll das Musikfernsehen für die gesamte Rocksparte sein. Es gibt kaum ein Musikgenre, das so viele Generationen begeistert wie Rock. Unsere Vision ist, Rock-Fans jeden Alters einen TV-Sender zu bieten, der Spaß macht und gefällt. Hier soll also der Altrocker und Classic-Rock-Liebhaber mit Bands wie Status Quo, AC/DC und den Rolling Stones glücklich gemacht werden, aber auch der Youngster bei Bands wie Kraftklub, The Rasmus oder Nickelback auf seine Kosten kommen. Wichtig ist uns auch, den Zuschauer abzuholen, der auf die mainstreamigen Themen wie Bon Jovi, Die Ärzte und die Red Hot Chili Peppers abfährt. Und eingefleischte Metal-Fans sollen ebenfalls Metalcore, Hardcore, Grindcore & Co. im Fernsehen sehen können.«

Was macht RCK TV besonders?

»RCK TV hat in der deutschsprachigen Fernsehlandschaft ein absolutes Alleinstellungsmerkmal. Es gibt keinen Sender, der sich dezidiert auf Rockmusik der letzten 50 Jahre fokussiert, und es gibt erst recht keinen Sender, der deutschsprachigen Bands aus allen Untergenres des Rock eine Plattform bietet. RCK TV ist keine Abspielstation. Wir planen unser Programm redaktionell, überlegen uns Highlights und Sonderprogrammierungen und reden mit unseren Zuschauern, z.B. über Facebook. RCK TV ist Musikfernsehen aus Deutschland für Deutschland und damit einmalig.«

Stichwort Reichweiten. Inwiefern ist damit zu rechnen, dass sich euer Ausstrahlungsbereich vergrößert?

»Wir arbeiten täglich daran, unsere Reichweite zu vergrößern. Im Moment verbreiten wir unsere Sender via Kabel Deutschland und Kabel Baden-Württemberg. Es wird bald ein großer deutscher Kabelnetzbetreiber hinzukommen. So viel sei verraten.«

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit den Labels? Ist es leicht, an Clips zu kommen, oder begegnet man euch eher arrogant?

»Um gutes Musikfernsehen machen zu können, braucht man Vereinbarungen und Rahmenverträge mit den Majorlabels, da kommt man nicht drum herum. Wir haben zu allen Majors ein gutes bis sogar freundschaftliches Verhältnis. Natürlich gestaltet sich die Beziehung zu den Independent-Labels wie z.B. Nuclear Blast noch freundschaftlicher, was aber nur daran liegt, dass sich die Strukturen bei Major- und Independent-Labels grundsätzlich voneinander unterscheiden.«

Wie sind die Publikumsreaktionen auf das Programm? Kann man anhand der Rückmeldungen feststellen, welche Clips besonders gut ankommen? Und wenn ja: Gibt es da manchmal Überraschungen?

»Da im Pay-TV keine klassischen Einschaltquoten erhoben werden, können wir nie genau wissen, wann RCK TV die höchsten Einschaltquoten hat. Dank neuer Medien wie Facebook bekommt man jedoch auch im Pay-TV sehr deutlich mit, was den Leuten gefällt und was nicht. Wir wissen, dass vor allem Videoclips aus dem Hardrock- und Metal-Bereich sehr gut ankommen. Eigentlich nicht verwunderlich, Bon Jovi und U2 gibt´s halt überall, während Bands wie Heaven Shall Burn, Machine Head oder Killswitch Engage doch echte Raritäten im TV darstellen.“

 

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