Online-MegazineInterview

KYLE GASS BAND

Wasserspiele

THE KYLE GASS BAND

Etwas mehr als ein Jahr, nachdem ihr Debüt hierzulande mit zweijähriger Verspätung in die Läden kam, steht bei der KYLE GASS BAND schon die nächste Platte ins Haus. „Thundering Herd“ ist ab dem 2. September erhältlich und das nehmen wir gerne zum Anlass, um bei KG in Kalifornien auf einen kurzen Plausch anzurufen und mit ihm über seine Deutschkenntnisse, Signature-Songs und die Bedeutung von Wasser zu reden.

Hey Kyle! Wie geht’s dir?

»Mir geht’s super! Ich freue mich total, nächsten Monat nach Europa auf Tour zu kommen und unser zweites Album herauszubringen. Aktuell proben wir für die Tour.«

Ich habe „Thundering Herd“ jetzt schon ein paar Mal gehört, und mir gefällt das Album echt gut! Ich finde es cool, dass die Platte so vielfältig ist und zum Beispiel Jazz- und Southern-Rock-Einflüsse hat.

»Das freut mich! Wir sind ja aus Kalifornien, daher kommen diese Einflüsse.«

Bei unserem letzten Interview meintest du, dass du dein Deutsch verbessern möchtest, um die Reviews zu deinen Platten verstehen zu können. Wie sind die Fortschritte?

»Furchtbar! Ich bin ein typischer Amerikaner und deshalb sehr faul, wenn es um die Verbesserung meiner Fremdsprachenkenntnisse geht. Ich bleibe aber engagiert! (Auf deutsch:) „Ja? Was ist das? Du bist in Berlin? Ja, ich bin zur Messe hier!“ Wie war das?«

Das war wirklich gut! Und du bist ja auch immer noch ein „Mannskind“.

»Ja, stimmt! Ich glaube es wäre ziemlich lustig, den Song (gemeint ist 'Manchild' von der ersten Platte, mab) auf Deutsch zu singen oder zumindest anzusagen!«

Kommen wir zurück zu „Thundering Herd“. Das Erste was natürlich ins Auge fällt, ist das Cover, auf dem ihr alle auf verschiedenen Tieren reitet. Konntet ihr euch alle eins aussuchen, oder wie lief das?

»Ja! Das sind unsere „Krafttiere“ auf denen wir in den musikalischen Kampf reiten. Auch die Details auf dem Cover sind großartig, zum Beispiel das Gitarren-Kabel, das Mike (Bray, v./g., mab) als Zügel benutzt. Ich mag auch das Backcover ziemlich gerne!«



Das habe ich leider nicht vorliegen...

»Du wirst es bald haben! Die Welt wird es bald kennenlernen! Wir hoffen es zumindest...«

Da gehen wir doch mal von aus. Die Platte besticht, wie ich schon vorhin gesagt habe, durch ihre Vielseitigkeit und klingt mehr wie ein Bandprodukt als die erste Scheibe.

»Ja, auf jeden Fall! Das Line-up ist jetzt seit einigen Jahren stabil und jeder hat ein bisschen zur Platte beigetragen. Diese Teamarbeit schätze ich sehr.«

Ich habe mich vor allem gefragt, ob ihr die Art verändert habt, Songs zu schreiben. Zur ersten Platte hast du mir verraten, dass hauptsächlich du und eure Gitarristen John Konetzky und Mike Bray am Songwriting beteiligt seid. Hat sich das verändert?

»Naja, offiziell ist es wohl immer noch so, aber es ist die erste Platte, an der Tim („Bone“ Spier, dr.) mitgewirkt hat, und auch Jason („Uncle Jazz“ Keene, b.) hat sich beteiligt. Ich würde es also schon eine Teamarbeit nennen, und deswegen ist die Platte auch besser geworden als die erste, glaube ich.«

Mir ist auch aufgefallen, dass ihr sowohl Tim als auch Jason und Mike jeweils einen „Signature-Song“ verpasst habt. Warum fandet ihr es wichtig, die drei in jeweils einem Song vorstellen?

»Ich schätze, weil wir es wollten (lacht). Ich bin wohl dafür verantwortlich. Ich glaube den Anfang machte der Song über Bone, den ich geschrieben habe, als wir ihn in die Band aufgenommen haben. Danach fand ich die Idee lustig, über unseren Bassisten einen Song zu schreiben. John und ich mögen heimlich Jazz, auch wenn wir das nicht so nach außen tragen, und dort besonders die Musik von Rupert Holmes, einem amerikanischen Songwriter aus den Siebzigern. Wir haben dann einfach beides zusammengetan, und schon war 'Uncle Jazz' da. Als der dann fertig war, dachten wir: Es wäre doch cool, noch einen Song über Mike zu schreiben, aber nicht so sehr über ihn selbst, sondern eher über seinen Werdegang. Es war nicht so geplant, es passierte einfach. Die Band besteht auch aus sehr interessanten Individuen, deswegen fand ich das sehr cool. Mein Song, wenn man so will, ist 'Manchild' von der ersten Platte, und über John hatten wir mit unserer alten Band Trainwreck den Song 'John Bartholomew Shredman'.«

Das ist gut zu wissen, denn ich habe mich gefragt, ob er nicht eifersüchtig ist, als einziger keinen Song über sich zu haben.

»Naja, er ist eher der schüchterne Typ, deshalb braucht er keinen Song, der ihn feiert. Zumindest nicht so sehr wie die anderen (lacht).«

Ich dachte, vielleicht ist er ja einfach professioneller Zigeuner, weil er ja in den beiden 'Gypsy Scroll'-Teilen diese Rolle singt.

»Genau! (Er lacht und zitiert aus 'Gypsy Scroll II: Toot Of The Valley':) »It is not mutton, it is I, the gypsy!« Ich glaube, das ist meine Lieblingsstelle auf dem Album, als er sich offenbart. Ich mag, dass man hier mehr von der Story erfährt und dass ich als Tootsman und John als Gypsy eine gemeinsame Vorgeschichte haben. Und ich bin sicher, dass die Geschichte auf dem nächsten Album abgeschlossen wird: 'Gypsy III: The Reckoning' (lacht).«

Ich habe mich sowieso gefragt, wie lange ihr diese Geschichte weiterschreiben wollt.

»Sie muss auf jeden Fall in einem epischen Kampf zwischen dem Tootsman und der Zigeunerin enden. Ich freue mich jetzt schon darauf, den Song zu schreiben! Ich habe es schon in meinem Kopf: Der Kampf wird auf einem Berggipfel stattfinden!«

Dazu würde sich dann ein Videodreh anbieten.

»Dazu müssen wir noch populärer werden, um das bezahlen zu können. Oder wir machen ein Low-Budget-Video daraus, dann wird es vielleicht noch besser!«

Bevor wir jetzt zu weit in Planungen verfallen, kommen wir mal zurück zu den Songs: Im Refrain zu 'Mike Bray (Don't Drink The Water)' wird immer gesagt, das Mike „das Wasser“ nicht trinken soll. Habe ich irgendwas nicht richtig verstanden, oder welches Wasser ist gemeint?

»Nein, nein, es ist eine Metapher, und als Songwriter kann ich dir die genaue Bedeutung natürlich nicht verraten. Du musst es selbst herausfinden! Wofür steht das Wasser? Und warum sollte er es nicht trinken? Es ist etwas anderes als Wasser, Max! Wir alle brauchen Wasser, oder? Also warum sollte er es nicht trinken? Was bedeutet das alles? Darüber sollte dein Artikel sein!«

 

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