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GODSGROUND

Interview mit der Demo-/Eigenproduktionsband 12/16

GODSGROUND

Mit ihrem Album-Erstling „The Golden Age“ haben sich die GODSGROUND aus München unseren „Tipp des Monats“ bei den Demos/Eigenproduktionen im Dezember 2016 verdient. Was das Stoner-Quartett antreibt, wie es um die Szene in München bestellt ist und was es mit dem superben Coverartwork von „The Golden Age“ auf sich hat, verrät Bassist Gregor „Greg“ Zirnbgibl im Interview.

Hallo Greg, kannst du dich und deine Mitstreiter kurz vorstellen?

»Gerne, Ludwig! Ich bin 27, komme aus München und spiele Bass bei GODSGROUND. Neben der Musik arbeite ich in der Gitarrenabteilung eines großen Münchner Musikhändlers und bringe außerdem gerade mein Management-Studium zu Ende. Unser Sänger und Rhythmusgitarrist Tom ist neben der Band im Controlling-Bereich unterwegs. Johannes, unser Leadgitarrist, kommt aus der IT und unser Schlagzeuger Ronald arbeitet für einen sehr coolen Pomade-Shop in München.«

Wie sieht euer musikalischer Hintergrund aus?

»Da wir alle vor GODSGROUND bereits unser Leben lang mit Bands unterwegs waren, sind unsere musikalischen Hintergründe doch sehr unterschiedlich. Ich war schon im Funk unterwegs, Johannes kommt vom klassischen Jazz, Ronald ist neben GODSGROUND mit seiner Metal-Band Insane sehr aktiv und Tom hat mit Koala High ein weiteres Stoner-Projekt am Start. Was uns musikalisch verbindet, ist die Vorliebe für Bands wie Kyuss, Sleep, Brant Bjork, Soundgarden und dergleichen.«

Woher kommt euer Bandname?

»Von einer Textzeile zu einem Song, der es nie in die Setliste oder auf eine Platte geschafft hat. Mit spirituellen Erfahrungen können wir also leider nicht dienen (lacht).«

Eure Debüt-EP erschien meines Wissens erst im Frühjahr, nun gibt’s bereits das erste Album. Seid Ihr von der ganz schnellen Sorte oder hatte sich einfach soviel Material angestaut?

»Was den Release unserer EP angeht, muss ich dich korrigieren. „Mosquitoes“ kam bereits im September 2014 raus. Möglicherweise hat sich da ein Anbieter etwas im Datum geirrt. Wir waren zwar tatsächlich immer von der schnellen Sorte, was das Songwriting betrifft, aber durch ein paar Besetzungswechsel nach dem Release von „Mosquitoes“ hat es etwas gedauert, bis wir als als Band wieder zusammengefunden haben.«

Die EP hatte einen deutlichen Soundgarden-Einschlag. Inwiefern ist „The Golden Age“ auch eine Emanzipation von den Seattle-Ikonen?

»Es stimmt schon, im damaligen Line-up war die Vorliebe für die Seattle-Ecke noch größer und einflussreicher als jetzt. Johannes, Tom und ich sind zwar immer noch große Fans von Soundgarden, Alice In Chains, Melvins, TAD und Konsorten, aber Ronald kann mit Grunge gar nichts anfangen. Von daher sind auf „The Golden Age“ sicher hier und da Passagen zu hören, die in diese Richtung gehen, ich würde aber sagen, dass der harte Stoner-Anteil dieses Mal überwiegt.«

Welches Goldene Zeitalter ist denn nun genau angebrochen?

»Das Zeitalter des unkommerziellen, energiegeladenen und fuzzigen Rock'n'Roll! Noch nie hat man Bands aus dem Stoner-, Desert-Rock oder Doom so viel Aufmerksamkeit geschenkt wie jetzt. Neue Festivals wie das Desertfest, Lake on Fire, Keep it Low und andere sprießen europaweit wie Pilze aus dem Boden und es wird getourt ohne Ende. Teil dieser Bewegung zu sein, macht zum einen natürlich wahnsinnigen Spaß, zum anderen ist es toll zu sehen, dass die Leute wieder Freude an unverfälschter und handgemachter Musik haben.«



Wie kam’s zum beeindruckenden Coverartwork?

»Ich bin 2013 vor dem Release von „Mosquitoes“ durch Zufall auf den großartigen Sebastian Jerke gestoßen, der unter anderem bereits für Greenleaf, Zodiac, My Sleeping Karma, Ahab, und John Garcia gearbeitet hat. Als es dann an der Zeit war, sich um das Artwork zur EP zu kümmern, haben wir ihn einfach gefragt und er hat direkt zugesagt. Was er abgeliefert hat, hat uns total begeistert und wir sind über die Zeit gute Freunde geworden. Da war es klar, dass Sebastian auch das Artwork zu „The Golden Age“ machen musste. Das Motiv hat er natürlich selbst entworfen und auf Leinwand gemalt. Vorbild waren die Werke von Hieronymus Bosch.«

Wohin soll die Reise mit GODSGROUND gehen?

»Wir wollen weiterhin so viel wie möglich spielen und alles geben, um so vielen Menschen wie möglich unsere Musik zu zeigen. Außerdem haben wir uns in alter Motörhead-Manier fest vorgenommen, jedes Jahr eine neue Platte herauszubringen. Wir lieben die Musik und wollen deshalb weiterhin soviel Energie wie möglich in die Band stecken. Wir sind derzeit außerdem auf der Suche nach einem Label und einer Booking-Agentur, mit der wir zusammenarbeiten können. Wenn man ohne jede Hilfe immer alles selber bezahlen und organisieren muss, kann das neben Job und Studium schon mal zu viel werden. Also Labels und Booking-Agenturen da draußen: Meldet euch, GODSGROUND brauchen eure Hilfe!«

Wo trifft man euch außerhalb des Proberaums?

»Wenn wir nicht proben oder arbeiten, trifft man uns in München gern auf Konzerten lokaler Bands oder in den einschlägigen Bars oder Clubs. Wer in München abends Musik der härteren Gangart sucht, ist zum Beispiel im RAW, im Backstage oder im Feierwerk gut aufgehoben. Obwohl, oder vielleicht auch weil die Szene in München sehr klein ist und es im Vergleich zu anderen Städten auch ziemlich wenige Auftrittsmöglichkeiten gibt, halten hier alle gut zusammen.«

Welche Kapellen aus München und Umgebung sollte man bei Gelegenheit unbedingt mal anchecken?

»Da gibt es eine ganze Reihe, die ich empfehlen kann: Unbedingt hören sollte man Swan Valley Heights, Dune Pilot, Mount Hush, Smoke The Sky, Mir. Serious And The Groove Monkeys, Deadman's Crown und The Cromptons. Und hoffentlich habe ich jetzt niemanden vergessen!«

 

 

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www.godsground.bandcamp.com

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