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BALLS GONE WILD

Interview mit der Demo-/Eigenproduktionsband 08/15

BALLS GONE WILD

Unter dem Namen BALLS GONE WILD haben Musiker von Perzonal War und Nitrovolt eine Band gegründet, deren Debüt „Dicks Made Of Dynamite“ bei uns zum Tipp des Monats unter den Demo- und Eigenproduktionen gekürt wurde. Was herauskommt, wenn Roberto Blanco und Jürgen Drews ein Kind machen, hat Sänger und Gitarrist Björn Kluth alias Vince van Roth uns im Interview verraten.

Auf euer Facebook-Seite steht, dass ihr Manta-Metal spielt. Was genau soll man sich darunter vorstellen?

»Es ist immer schwierig, zu beschreiben, was man für Mucke macht. Ich finde, dass es eine Mischung aus Airbourne und „Kill 'Em All“ von Metallica ist. Und das lässt sich am Besten mit Manta-Metal ausdrücken.«

Ihr benutzt für eure Musik auch die Beschreibung „Roberto Blanco macht ein Kind mit Jürgen Drews“. Was kommt denn dabei heraus?

»Ja, was kommt dabei heraus? Vier Bescheuerte, die auf einer Bühne stehen, eigentlich nur Blödsinn im Kopf haben und das verfolgen, was sie vielleicht mal mit 14 in Angriff nehmen wollten, aber zu schlecht waren. Jetzt machen sie eben genau das, worauf sie Lust haben und was Spaß bereitet. Das ist ganz wichtig bei uns: Alles ist immer mit einem zwinkernden Auge versehen. Das ist alles immer lustig gemeint und nicht bierernst. Wir nehmen uns auch nicht ernst. Wir gehen auf die Bühne und haben Spaß. Egal, in wie viele anderen Bands wir spielen oder gespielt haben, das ist bisher das Projekt, wo es am lockersten und lustigsten ist. Das würde auch jeder andere von uns bestätigen. Es geht nicht darum, den großen Durchbruch zu erzielen. Das ist unser Spaß-Projekt und dementsprechend geht man da auch etwas lockerer mit um, als wenn man eine Band hat, mit der man der nächste Rockstar werden will. Obwohl wir das mit BALLS GONE WILD noch eher machen könnten, als mit anderen Bands, in denen wir mal waren. Unsere Prämisse war von Anfang an, dass das auch Spaß machen soll. Wenn das nicht mehr der Fall ist, dann lassen wir es lieber sein.«

Wie ist es denn dazu gekommen, dass ihr gesagt habt: Los, wir gründen jetzt eine lustige Band?

»Ich war immer Bassist, derzeit bei Perzonal War und Nitrovolt, früher bei Black Sheriff. Ich habe aber jahrelang immer für mich Gitarre gespielt, weil ich so ein verkappter Gitarrist war. Obwohl ich Bass liebe. Ich habe dann immer so ein paar Songs für mich komponiert. Dann sind Tom Voltage, unser zweiter Gitarrist, und ich bei Black Sheriff ausgestiegen und ich hab ihm vorgeschlagen, mal ein bisschen im Proberaum Gitarre zu spielen. Dann standen wir zu zweit da und haben ein paar Songs gebastelt. Ich wusste auch, wen ich in der Band haben möchte, nämlich Tom an der zweiten Gitarre, Marty Moshhead am Schlagzeug und Jan Le Grow am Bass. Es hat mich erst mal ein dreiviertel Jahr gekostet, um Tom zu überreden, weil er immer gesagt hat: „Ich kann nicht, ich kann nicht.“ Als ich ihm dann sagte, dass das nicht DIE zweite Band werden und seine Hauptband in Frage stellen soll und wir eh jede Woche zusammen im Proberaum stehen, da war es okay. Und dann habe ich noch mal ein halbes Jahr gebraucht, um Marty zu überreden. Jan wollte eigentlich sofort. Jedenfalls hat es mich echt viel Zeit gekostet, die Leute zusammenzubekommen. Aber ich wollte auch genau die drei Leute haben. Für mich war das ja was Neues, Frontmann zu sein. Bei den Dreien wusste ich genau, dass ich mich da fallen lassen kann und nicht alles an mir hängt.«

Welche Bands beeinflussen euch?

»Das ist schwierig. Die erste Platte war komplett aus meiner Feder, die habe ich mit den Jahren zu Hause geschrieben. Da waren das vermutlich Megadeth, Metallica, Guns N' Roses und Airbourne. Aber auch Pop, Jazz und Klassik, eigentlich alles. Ich finde immer, dass da fast alles einfließt. Das ist eine Symbiose aus allem. Es ist kein Metal und kein Rock, irgendwie so ein Zwischending. Deshalb Manta-Metal: Breitbeinig mit zugekniffenem Auge. Spaß halt.«

Wie läuft denn das Songwriting bei euch ab?

»Das Meiste ist von mir. Ansonsten entstehen die Songs im Proberaum oder die anderen bringen Änderungsvorschläge für meine Songs mit ein. Tom Voltage schreibt für seine eigene Band (Nitrovolt - bm), diesmal kommt aber auch ein Song von ihm. Meistens proben wir auch nur vor Konzerten. Wir sind ja auch alle Anfang 30 und haben keine Zeit. Das macht aber auch nichts. Ich arbeite dann vor und nehme Demos in Martys Studio auf. Die anderen hören sich das an, dann werden die Texte geschrieben und es wird geprobt.«

Das Cover-Artwork von „Dicks Made Of Dynamite“ zeigt einen Penis, der aus einer Dynamitstange besteht, die Hoden sind Granaten. Das kam bei den Vertrieben nicht besonders gut an.

»Das Cover war beim Label schon schwer durchzukriegen. Aber wir wussten von Anfang an, wie es aussehen soll und hatten keine Bock auf Kompromisse. Das war ja mein erstes Baby und das wollte ich so haben, wie ich will, sonst können die mich mal. Ein Kumpel von mir meinte, er regelt das. Der hat das aber wohl mit dem Vertrieb nicht richtig gecheckt und es gab doch Probleme. Ich hab dann vorgeschlagen, einfach Pappschuber drumherum zu machen, dafür war es aber wohl schon zu spät, wir hatten schon zu viele Leute angepisst. Aber ich würd's nicht anders machen.«



Ihr habt ja alle noch die anderen Projekte, wie teilt ihr euch da eure Zeit für BALLS GONE WILD ein?

»Für so was gibt es ja zum Glück WhatsApp. Wenn wir Gigs reinbekommen, schreiben wir da in unsere Gruppe, ob das passt. Dann wird auch erst geprobt. Das nimmt nicht wirklich viel Zeit weg. Wir handhaben das so wie manche vorm Abi: Am Tag vorher 12 Stunden lernen und dann alles wieder vergessen. Nur, dass wir das danach nicht wieder vergessen. Es verstaubt nur etwas.«

Und was ist, wenn sich Konzerttermine eurer Bands überschneiden, welche Band hat da Vorrang?

»Das ist ganz entspannt. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Wenn wir mit BALLS GONE WILD einen Gig bestätigt haben, dann steht der. Wenn jetzt für eine andere Band etwas sehr Wichtiges ist, würden wir uns zusammensetzen und darüber reden. Aber bisher war das immer so: Wenn ein Termin steht, dann steht der. Egal mit welcher Band. Da wird keine bevorzugt.«

Das Album “Dicks Made Of Dynamite“ könnt ihr über die Facebook-Seite der Band ordern:

www.facebook.com/ballsgonewildband

 

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