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AIRBOURNE

Köln, Underground

Seit gut dreißig Jahren hat sich keine Band aus Down Under mit solch fröhlicher Vehemenz aufgemacht den Rock-Olymp zu erklimmen, wie es derzeit AIRBOURNE aus Melbourne tun. Dass sie sich dabei nicht unerheblich bei jener Truppe bedienen, die damals Ende der 70er mit ihrer sympathischen Frechheit das muffig-etablierten Rockbiz das Fürchten lehrte, ist dabei nicht hinderlich - im Gegenteil.

Endlich bringt mal wieder eine Truppe jene Attribute mit, die den Aussie-Rock der Prägung Scott/Young so spaßig mach(t)en: Respektlosigkeit, dreistes Selbstvertrauen und jede Menge hammerharten Blues. Und während die berühmten Vorbilder noch meinten, es sei "A long way to the top if you wanna Rock'n'Roll", so könnte dieser Weg für AIRBOURNE ein doch eher kurzer werden.

Zum ersten Mal können sie nun im Kölner 'Underground' ihr Können vor deutschem Publikum unter Beweis stellen. Und obwohl es den Spaß bei freiem Eintritt gibt, stellte sich im Vorfeld doch die etwas bange Frage, wie viele Besucher es denn heute in den Club verschlagen würde. Schließlich ist die starke Debüt-Scheibe "Runnin' Wild" in Deutschland bislang nur als kostspieliger Import zu haben, und die Band ist vielen eher durch Mund-zu-Mund-Propaganda bekannt, denn durch wohlmeinende Medien-Berichterstattung (vom Rock-Hard-Online-Interview mal abgesehen!)

Die Sorge sollte sich jedoch als unbegründet erweisen: So hatte allein die Plattenfirma Roadrunner gut 250 Leute auf der Gästeliste stehen. Und auch wenn die schreibenden Kollegen nicht unbedingt zu den Stimmungsgaranten bei Konzerten zählen, so drehen ab den ersten Tönen der vier Australier im letztlich fast übervollen Underground die ersten Reihen komplett durch. Hits wie 'Runnin' Wild', 'Diamond in the Rough', 'What's Eatin' You', 'Cheap Wine and Cheaper Women' oder 'Blackjack' kann man aber auch stillstehend nicht genießen. Da werden Fäuste gereckt, Mähnen geschüttelt und mitgegrölt, bis die Stimme versagt. Von der Bühne wechseln im Minutentakt aufgerissene Bierbüchsen den Besitzer in Richtung Publikum - und als Frontmann Joel O'Keeffe sich den Weg zur Bar bahnt, um ein Solo auf der Theke zu spielen, hat die Band endgültig einen Stein im Brett.

Alles in allem also ein Gig, der im noch jungen Konzertjahr 2008 bereits jetzt zu den absoluten Highlights zählt; auch wenn es ein wenig schade ist, dass man die Band wohl nie mehr in solch 'kleinem' Rahmen wird erleben dürfen.

Sollte sich übrigens irgendjemand der Anwesenden darüber gewundert haben, dass sich der Einlass ein wenig verzögerte: Das lag daran, dass Rock-Hard-Kollegin Lisa die Jungs für uns in Beschlag genommen hat.

Also: Watch out!!

www.airbournerock.com