RH #259Interview

Ein Wettlauf mit dem Zensor - Heavy Metal in Iran

»Wir haben nichts als Probleme«, klagt Milad Tangshir. »Wir dürfen keine Tonträger veröffentlichen, dürfen nicht auftreten, und wenn wir dann doch mal live spielen, werden unsere Konzerte gewaltsam abgebrochen. Sie zensieren unsere gesamte Existenz.« Milad Tangshir ist Rhythmusgitarrist der profilierten iranischen Metalband Ahoora.

Moment mal! Heavy Metal in Iran? Iron-Maiden-Shirts, Kutten, Headbangen und Todesblei im revolutionären schiitischen Gottesstaat, im Herzen der Achse des Bösen? Ja, geht denn das? Die Antwort vorweg: Es geht! Milad Tangshir ist der lebende Beweis. Und es gibt andere. Die brandheiße Band Tarantist oder den brillanten Gitarristen Farzad Golpayegani zum Beispiel. Nicht zu vergessen O-Hum, zwar keine Metalband im engeren Sinne, aber mittlerweile auch in Deutschland eine kleine Größe. Die Umstände allerdings, unter denen sie arbeiten müssen, mag man nicht einmal seinem schlimmsten Feind wünschen. Denn Heavy Metal ist schlicht verpönt und unerwünscht in Iran, im Zweifel ein Fall für die Polizei und für die paramilitärischen Schlägertrupps der Basij. Heavy Metal - und Rock im Allgemeinen - ist Underground. Nur dass der Begriff Underground hier nichts Romantisches an sich hat, sondern die akute Gefährdung der materiellen Existenz und der körperlichen Unversehrtheit impliziert. So ziemlich jeder iranische Metalmusiker wäre heilfroh, wenn er etwas weniger Underground und dafür etwas freier und ungefährdeter in der Ausübung seiner Profession wäre. Um die jetzige Situation in Iran verstehen zu können, ist nun der Zeitpunkt für eine kleine Zeitreise zurück in das Jahr 1978 gekommen. ...

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