Vorwort

Vorwort 20.03.2019, 08:00

THRASH WITH CLASS!

Als Frontmann Max und Drummer Iggor (damals noch Igor) Cavalera mit Sepultura im Dezember 1988 in Rio de Janeiro zusammen mit dem extra eingeflogenen US-amerikanischen Produzenten Scott Burns, der vorher u.a. bereits mit Death, Morbid Angel und Obituary gearbeitet hatte, mit wohl eher grober Kelle an ihrem - die „Bestial Devastation“-Split mit Overdose nicht mitgerechnet - dritten Album „feilten“, hätten sie sicher nicht gedacht, dass sie gut 30 Jahre später über die Entstehung genau dieser Veröffentlichung auf dem Balkon einer Schiffskabine (!) während einer Heavy-Metal-Kreuzfahrt (!!) noch mal Auskunft geben würden - und auch unserer Conny war anno ´89, als sie zu ´Inner Self´ und ´Mass Hypnosis´ veitstanzend durch ihr Kinderzimmer im Bergischen Land gefegt ist, wahrscheinlich nicht klar, dass sie gerade einem zukünftigen Klassiker lauscht, der die Thrash-Metal-Welt von Brasilien aus letzten Endes vielleicht nicht revolutioniert, sie aber ohne jeden Zweifel mitgeprägt hat.

Ja, vielleicht waren Sepultura mit „Beneath The Remains“ und dem Nachfolger „Arise“ (1991) sogar die letzte Band, die im „klassischen“ Thrash noch was Neues zu sagen hatte, bevor sich das Genre - im Übrigen ebenfalls unter der Ägide von Cavalera & Co. - für viele Jahre in eine Richtung bewegte, die irgendwann als „Neo-Thrash“ bekannt wurde. Und auch dieses Federführende darf man als beeindruckende Leistung würdigen, selbst wenn man - wie der Verfasser dieser Zeilen hier - mit „Chaos A.D.“ oder „Roots“ nur noch wenig anfangen kann...

Ob Sepultura - seit langem ohne die Cavalera-Brüder - und/oder deren „Ableger“ Soulfly und Cavalera Conspiracy noch mal in der Lage sein werden, ein „großes“ Album zu schreiben, weiß ich nicht. Aber was ist schon ausgeschlossen? Auf die legendären Judas Priest zum Beispiel hätte auch niemand mehr einen Pfifferling gegeben, als 2008 der Immer-noch-Rohrkrepierer „Nostradamus“ in den Läden stand - und heute diskutieren wir mit dem aktuellen „Firepower“-Dreher nach wie vor eine Platte, die man guten Gewissens zumindest in eine Reihe mit „British Steel“, „Screaming For Vengeance“ und „Painkiller“ stellen kann. Zeit also für eine erneute Bestandsaufnahme, zu der Matthias Mader Basser Ian Hill nicht zweimal bitten musste.

Ansonsten im Heft: jede Menge weitere große, verdiente Namen wie Iron Maiden, Kiss, Iced Earth, Mötley Crüe, Yngwie Malmsteen und Devin Townsend. Aber eben auch die Helden von morgen, von denen man heute noch gar nicht weiß (oder bei denen man nur vermutet), wie nachhaltig sie dazu in der Lage sind, die Szene zu prägen. Mir fallen da in erster Linie die überragenden Ghost ins Auge (siehe Live-Reviews), vielleicht werden wir in drei Dekaden aber auch über Sinmara reden, über Periphery oder The Treatment, vielleicht sogar über Battle Beast, die ich bislang für eine zweitklassige Dudel-Metal-Combo gehalten habe und die mit „No More Hollywood Endings“ neuerdings (zumindest streckenweise) mehr als gekonnt in schönsten Melodic-Rock-Gewässern fischen...

Habt einen sonnigen April!

P.S.: Während ich diese Zeilen schreibe, buhlen wir gerade um die letzten beiden Bands für unser diesjähriges Rock Hard Festival (alle Infos ein paar Seiten weiter hinten). Ich möchte hier ja nicht als Marktschreier auftreten, aber da sich der Vorverkauf so gut gestaltet wie noch nie, sollten die Interessierten unter Euch besser davon Gebrauch machen - nicht dass es irgendwann heißt, wir hätten Euch nicht gewarnt...

Autor:
Boris Kaiser

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