Titelstory-Blog

Titelstory-Blog 18.06.2019, 11:07

DREAM THEATER - Vom Tellerwäscher zum Millionär

Dass ich 1989 zur Veröffentlichung ihres Debüts „When Dream And Day Unite“ mal einen Tag mit DREAM THEATER in Manhattan abhing, ihren Labelboss Steve Sinclair in Chinatown besuchte und einen Präsentations-Gig der Band vor völlig uninteressiertem Business-Publikum sah, hatte ich fast schon vergessen. Kurz darauf waren DREAM THEATER am Boden der Tatsachen angelangt und standen ohne Deal und Sänger da, obwohl die Musikstudenten jahrelang ALLES gegeben hatten. Das Ende?

Nun, 30 Jahre später, weiß man, wie die Geschichte weiterging. Die Musiker sind in Prog-Metal-Superstar-Dimensionen vorgedrungen, und jede kleine Fingerbewegung wird in der weltweiten Medien-Landschaft dokumentiert. Aber die Frühgeschichte der Musiker ist kaum bekannt. Auch 1989 gab es keinen Grund, danach zu fragen. Dafür war die Band viel zu klein und auch zu jung. Die 22-Jährigen waren sichtlich aufgekratzt, mal einen Magazin-Schreiber aus dem fernen Europa zu treffen, der wiederum auch nur zwei Jahre mehr auf dem Buckel hatte und darüber hinaus mit der Aufgabe beschäftigt war, zum ersten Mal in seinem Leben in Manhattan fotografieren zu dürfen - und es fast vermasselte. Ich erinnere mich, dass beide Seiten nervös waren und nach einem langen Fototag (das avisierte „Traumbild“ wollte einfach nicht zustande kommen) auch müde. Da fragt man keine Familienhintergründe mehr ab. Die Bilder sind aus heutiger Sicht zwar alles andere als „professionell“, dafür aber einzigartig und vor allem sehr „menschlich“. Die Session ist jetzt noch einmal im Heft abgedruckt.

Dass Mike Portnoy vor DREAM THEATER in Amateurbands gespielt hatte, wusste ich nicht. Ich hatte auch keine Ahnung von der Familientragödie, die den persönlichen Hintergrund seiner Karriere mitbestimmt hat. Je weiter ich im Netz recherchierte, desto mehr hatte ich das Gefühl, hier eine spannende Geschichte aufschreiben zu können, die sich fast wie ein klassisches Drama liest - inklusive des wohlbekannten Splits zwischen Portnoy und dem Rest der Band als zwischenzeitlichem „Höhepunkt“. Eine typische Aufsteiger-Story mit zahlreichen Nebenschauplätzen, die sich ganz sicher als Studienobjekt für angehende Psychologen eignen dürfte. Sowohl John Petrucci als auch Mike Portnoy standen uns für die Geschichte per Telefon exklusiv zur Verfügung. DREAM THEATER gelten unter Fans schon mal als „dröge“ und „langweilig“. Jetzt nicht mehr.

Bands:
DREAM THEATER
Autor:
Holger Stratmann

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