Festivals & Live Reviews

Festivals & Live Reviews 30.05.2012

SPECIAL GUEST , UFO , THE WHEEL - Bochum, Matrix

Jede Woche habe ich auf die Homepage der Matrix geguckt und darauf gewartet, dass endlich bekannt gegeben wird, wer denn der Special Guest bei diesem Konzert sein würde. Aber nix tat sich. Immer stand da nur: UFO, The Wheel und Special Guest. Und jetzt weiß ich endlich auch, warum das so war. Auf der Bühne stehen: SPECIAL GUEST. Die heißen tatsächlich so und stammen aus Dortmund. Da muss man erst mal drauf kommen. Musikalisch hat man sich dem klassischen Hardrock verschrieben und trägt diesen in spielerisch sehr ansprechendem Niveau vor, wohingegen im Songwriting-Bereich noch deutliches Steigerungspotenzial zu erkennen ist. Eine solide Darbietung, der allerdings das gewisse Etwas fehlt. Das könnte eigentlich Frontfrau Pia sein. Die Stimme dafür hat sie, aber leider guckt die Dame bei den Instrumental-Parts lieber ihren Mitmusikern zu oder glotzt sich, mit hängenden Schultern, auf die eigenen Schuhe. Keine Interaktion mit dem Publikum, gar nix. Schade drum.

THE WHEEL-Frontmann Jan Erik Salvesen sieht ein bisschen aus wie Hollywood-Schauspieler Seth Rogan und hat eine fantastische Rockröhre - und leider auch einen ziemlich schlechten Geschmack, was die Wahl seines Bühnenoutfits betrifft. Schäbiges Western-Hemd, Schlapphut und eine scheußliche Karohose. Sieht furchtbar aus und passt vor allen Dingen nicht zum Rest der Truppe. Nichtsdestotrotz machen die Norweger richtig Spaß, denn ihre Songs bleiben hängen. Sicher, man hört durchaus, bei welchem Track Journey die Inspiration waren, wo Ratt Pate standen und wo Van Halen. Aber wer erfindet das Rad heutzutage schon neu? Ein paar coole Riffs, dazu feine Hooklines - mehr braucht es nicht, um das Publikum in der erfreulich gut besuchten Matrix auf die Seite der Band zu ziehen. Der Rezensent lässt sich ebenfalls von der guten Laune anstecken.

Zwei schnelle Pils später ist die Umbaupause auch schon beendet, und UFO eröffnen ihren Set mit dem „Force It“-Klassiker ´Let It Roll´. Der Sound ist auffallend gut, die Lautstärke genau richtig und die Band offenbar blendend gelaunt. Allen voran Sänger-Legende Phil Mogg, der bestens bei Stimme ist, körperlich fit wirkt und den ganzen Abend zu Scherzen aufgelegt ist. Alleine sein Denkanstoß, ob man denn während der Arbeitszeit überhaupt Bier trinken darf, und die darauf folgenden Kommentare aus dem Konzertsaal sind wirklich unterhaltsam. Darauf nimmt auch Herr Mogg erst mal einen großen Schluck Gerstensaft aus seinem Becher. Vinnie Moore soliert großartig und mit dem nötigen Feingefühl, die größte Überraschung in meinen Augen ist aber Basser Rob De Luca. Niemand wird jemals Pete Way mit dessen Charisma ersetzen, aber wie De Luca seinen Bass bearbeitet und welch geile Show mit allen nur erdenklichen Posen er dabei abliefert - Respekt! Die Fans sind ganz offensichtlich auch in Feierlaune, immer wieder gibt es zwischen den Songs Sprechchöre, und bei ´Too Hot To Handle´ versuchen sich zwei Leute tatsächlich als Stagediver. Sieht man bei UFO-Shows sicher auch nicht alle Tage. Auch die drei Tracks vom neuen Album „Seven Deadly“ können durchaus überzeugen.

Alles perfekt also? Na ja, es gäbe da schon zwei Kritikpunkte. Eigentlich die gleichen wie immer: Die Setlist ist wieder frei von jeglichen Überraschungen, sieht man vielleicht mal von ´Venus´ vom „Walk On Water“-Album ab. Immer wieder dieselben alten Klassiker, nichts von den ganz frühen Platten, nichts aus der Chapman-Phase. Und das Tour-Merchandise ist fantasielos wie eh und je. Ansonsten ist hier aber alles im grünen Bereich.

Setlist UFO:

Let It Roll
Fight Night
Wonderland
I´m A Loser
This Kids
Saving Me
Burn Your House Down
Only You Can Rock Me
Love To Love
Hell Driver
Venus
Too Hot To Handle
Lights Out
Rock Bottom
----------------------
Doctor Doctor
Shoot Shoot

Pic: Axel Jusseit

Bands:
SPECIAL GUEST
UFO
THE WHEEL
Autor:
Onlineredaktion

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