Festivals & Live Reviews

Festivals & Live Reviews 01.01.1970, 01:00

PUNGENT STENCH , EVOCATION , BULLET , SEBASTIAN BACH , OBITUARY , VICTORY , MICHAEL SCHENKER´S TEMPLE OF ROCK , GRAVE , ANTHRAX , THE EXALTED PILEDRIVER , DELAIN , RIOT V , STRYPER , TWISTED SISTER , EXODUS , MAD MAX , ATLANTEAN KODEX , STORMWARRIOR , GRAVE DIGGER , KISSIN' DYNAMITE , ACCU§ER , ROB ROCK , AXEL RUDI PELL , TRAITOR , OMEN , EKTOMORF , DYNAMITE , UNISONIC , EUROPE , HIRAX - BANG YOUR HEAD 2014: Der Donnergott war gnädig

Um ein Haar wäre die 19. Auflage des BANG YOUR HEAD in Balingen buchstäblich ins Wasser gefallen. Doch der angekündigte Hagelsturm blieb glücklicherweise aus, und so konnten die Besucher ein gewohnt entspanntes und sympathisches Festival genießen, das in diesem Jahr u.a. mit dem längsten Headliner-Gig seiner Geschichte für Furore sorgte.


FREITAG
Morgenstund hat Thrash im Mund, statt der eigentlich angekündigten Warrant, die wegen einer Sehnenscheidenentzündung ihres Schlagzeugers kurzfristig absagen mussten, entern zum Frühschöpple allerdings die Lokalmatadore TRAITOR die Balinger Bretter. Geballer gibt es aber so oder so: Mit Songs wie ´Raising Hell´, ´Thrash Command´ und ´Brutal Exorcism´ treibt die junge Truppe den versprengten, noch etwas schlaftrunkenen Frühaufstehern des Festivals Kater und Morgenmüdigkeit aus den Knochen. Die Ansagen hätten noch etwas knackiger und der Ablauf der Show ein wenig koordinierter ausfallen können, doch die extrem spielfreudigen Schwaben erweisen sich trotzdem als würdige Opener und knüppeln gegen Ende des Sets sogar die ersten Regenwolken von dannen. (am)
Entgegen allen Unkenrufen im Vorfeld zeigt sich schon bei der zweiten Band des Tages die Sonne. In den Zuschauerzahlen spiegelt sich das allerdings kaum wider – vor der Bühne stehen immer noch höchstens 50 Gestalten, dahinter stützen sich einige Schlaftrunkene auf die Wellenbrecher. Die Siegerländer Urgesteine ACCU§ER zeigen sich davon sympathisch unberührt. Als eines der verlorenen Kinder des deutschen Thrash blieb ihnen trotz treuer deutscher Fanbase der internationale Erfolg in den Achtzigern verwehrt. Die gelungene Mischung aus Klassikern (´Who Dominates Who?´) und Post-Reunion-Songs (´Torn To Pieces´), gespickt mit humorigen Ansagen à la „Seid ihr noch beim Kaffee oder schon beim Bier?“, ist eine solide Visitenkarte an diesem Morgen auf der Mainstage. Und so gewinnen die Jungs nicht nur sukzessive mehr Zuschauer, sondern sicher auch einige neue Fans. (ln)
„Eigentlich gehe ich sonst um diese Uhrzeit ins Bett“, witzelt VAIN-Fronter Davy Vain im Anschluss. Das mag erklären, warum der Auftritt der Glam-Metaller trotz passabel gefülltem Innenraum und Bombenwetter etwas schnarchnasig startet. An Energie fehlt es der Band nicht, doch so richtig mitgerissen fühlt sich höchstens die Kerngruppe Fans direkt vor der Bühne. Hits wie ´Beat The Bullet´ hin oder her, Vain sind die erste Band, bei der auffällt: Die Einschätzung eines Gigs unterscheidet sich dramatisch, je nachdem ob man vor oder hinter dem Wellenbrecher steht, da die Mittagsbands trotz durchweg solider Auftritte erhebliche Probleme haben, die Menge hinter den Brechern zu motivieren. Es braucht einen charismatischen Fronter, und obwohl Davy irgendwann sogar seine Death-Angel-Anekdote (hurgs? - Red.) auspackt, bleiben die Jungs aus San Francisco blass im Vergleich zu den nachfolgenden Kissin´ Dynamite. (ln)
Fans der Truppe müssen allerdings zweimal hingucken: Offenbar hat man heute keine Lust auf den üblichen Glam-Metal-Look und rockt komplett in Schwarz. Eines aber ändert sich bei KISSIN´ DYNAMITE wohl nie: der dominante Frauenanteil im Publikum. Frontmann Hannes erweist sich in den hohen Stimmlagen jedoch als deutlich treffsicherer als die weiblichen Fans und post mit seinen Jungs durch eine fröhlich-freche Best-of-Show. Traditionell läuft der Sänger bei ´I Will Be King´ trotz steigender Temperaturen im roten Samtmantel auf, was in Sachen Showqualität nur noch von der Scorpions-Gedächtnis-Pyramide nach ´Operation Supernova´ getoppt wird. Erstaunlich: Trotz so viel Action versemmeln die Schwaben keinen einzigen Ton und punkten mit einem launigen, absolut professionellen Auftritt. Als Sahnehäubchen gibt es mit ´DNA´ einen rotzig-druckvollen Vorgeschmack auf die kommende „Megalomania“-Platte. (am)
Man muss nicht hauptberuflich Raumschiffe bauen, um auf die Idee zu kommen, dass RIOT V eine Nachfolgeband der legendären Riot sein könnten – trotzdem sind um mich herum diverse Leute positiv überrascht. Zugegeben: Gemeinsam mit Jefferson Starship sind die Veteranen definitiv heiße Anwärter auf die Auszeichnung „verworrenste Bandgeschichte im Rock-Bereich“. Zu Ehren des verstorbenen Bandgründers Mark Reale machen die Herren mit dem inzwischen fünften Riot-Sänger (daher V, Rätsel gelöst) weiter Heavy Metal und haben nach Balingen Klassiker wie ´Swords And Tequila´ und ´Thundersteel´ mitgebracht. Der Neustart tut ihnen dabei hörbar gut, und auch das Publikum erweist sich als textsicher und begeistert. Lediglich ´Metal Warrior´ als einziger neuer Song im Set zündet nicht recht, da das Mikrofon zu leise ist und man die Lyrics daher nicht versteht. (ln)
Wie aus heiterem Himmel, aber doch viel zu spät kam die Trennung von EXODUS und Rob Dukes und die damit verbundene Rückkehr von Steve „Zetro“ Souza. Gleich bei seiner ersten Show mit seinen alten Weggefährten zeigt sich, welch Missverständnis die Zeit mit seinem proletenhaften Redneck-Vorgänger war. Mit dem Personalwechsel verbunden ist glücklicherweise auch eine veränderte Setlist, die neben den gewohnten Klassikern ´Bonded By Blood´, ´Piranha´, ´The Toxic Waltz´ und ´Strike Of The Beast´ mit ´And Then There Were None´ und ´A Lesson In Violence´ zwei Überraschungen bietet. Als Zetro zum Schluss verkündet: „Exodus is back!“, trifft das den Nagel auf den Kopf. Bleibt jetzt nur zu hoffen, dass sich Mastermind Gary Holt nicht zwischen Slayer und seiner Stammband entscheiden muss. Im Vergleich zu seiner anderen Truppe hat er hier mit Lee Altus einen Mit-Gitarristen, der ihn fordert, und eine Band, die harmoniert und Herzblut zeigt. Im Direktvergleich mit den letzten Slayer-Shows haben Exodus eindeutig die Nase vorne!
Spätestens seit MICHAEL SCHENKER unter dem TEMPLE OF ROCK-Banner aktiv ist, geht es karrieremäßig wieder aufwärts. Mit seiner hochkarätigen Besetzung (Doogie White, Herman Rarebell, Francis Buchholz und Wayne Findlay) bietet der Ausnahmegitarrist neben aktuellen Nummern eine Werkschau seiner ehemaligen Bands MSG, UFO und Scorpions (von denen mit ´Rock You Like A Hurricane´ sogar Material zelebriert wird, bei dem der blonde Saitenhexer gar nicht an Bord war). Letztlich bringt es der Auftritt mit ´Lovedrive´, ´Another Piece Of Meat´, ´Armed And Ready´ oder ´Rock Bottom´ fast auf die größte Hitdichte aller heute auftretenden Bands, wobei man bereits mit dem Opener ´Doctor Doctor´ die Messlatte brutal hoch legt. Bleibt noch die Frage, ob Michael Schenker nach wie vor ein Gitarrengott ist. Eindeutig ja! (wk)
Hartgesottene Fans schwärmen noch immer mit glänzenden Augen von SEBASTIAN BACHs legendärem BYH-Auftritt vor zehn Jahren. Glänzen dürften die Glupscherchen auch nach der heutigen Show, allerdings eher vor Tränen als vor Freude. Rein nach der Setlist zu urteilen, sollte bei alten Skid-Row-Gassenhauern wie ´Slave To The Grind´, ´Monkey Business´ und ´Youth Gone Wild´ oder den Müttern aller Balladen, ´I Remember You´ und ´18 And Life´, eigentlich nichts anbrennen dürfen. Nur leider singt Bach nicht gerade wie ein junger Gott, sondern macht lieber einen auf krächzenden Hahn und leiert (oder eher näselt) Hit um Hit lieblos runter – da können auch die anfänglich auftretenden Mikroprobleme nicht als Ausrede herhalten. In Sachen Bühnenshow macht Bach zwar nach wie vor ordentlich Dampf, das reißt den Karren aber leider nicht aus dem Dreck, genauso wenig wie seine durchweg gute Begleitband. Schade.
Die Hoffnungen ruhen also auf AXEL RUDI PELL, der heute sein 25-jähriges Solo-Bühnenjubiläum feiert. Moderiert wird die Show von TV-Polizist Toto, der geduldig erklärt, welche der unzähligen Gäste sich aktuell ein Stelldichein auf der Bühne geben. Erster Akt: STEELER-Reunion. 20 nostalgisch-schöne Minuten lang lassen die Haudegen in Originalbesetzung mit ´Night After Night´, ´Rockin´ The City´ & Co. die guten alten Zeiten wieder aufleben. Im zweiten Show-Teil steht dann Jubilar Pell selbst im Mittelpunkt und verfeinert jeden seiner Songs mit einem Festtags-Solo. Kompetente Unterstützung gibt´s zunächst von Rob Rock (´Nasty Reputation´) und Jeff Scott Soto (´Warrior´, ´Fool Fool´) am Mikro sowie Drummer Jörg Michael, Ferdy Doernberg (keys) und Volker Krawczak (b.), bevor es in aktueller Besetzung mit ´Burning Chains´ weitergeht. Gegeizt wird weder mit Pyros noch mit Hits – und vor allem nicht mit Gastschlagzeugern. Der groß angekündigte Drum-Battle zwischen Vinny Appice und Bobby Rondinelli fällt allerdings eher sparsam aus – im Gegensatz zum grandiosen Abschluss-Part „ARP & Friends“. Ronnie Atkins, Doogie White, John Lawton, Graham Bonnet und Tony Carey geben sich die Klinke in die Hand, und ein Cover-Klassiker jagt den nächsten, bevor der denkwürdige, allerdings auch extrem lange Auftritt mit ´Smoke On The Water´ und Konfettiregen zu Ende geht. (am)

SAMSTAG

Im Vorfeld war nicht sicher, ob Chris Tsangarides wegen seiner Erkrankung überhaupt dabei sein kann. Ist er aber, und so eröffnen die UK-Veteranen unter dem MORE 2012-Banner den zweiten Tag. Leider vor recht wenigen Zuschauern. Die, die dabei sind, bekommen eine beeindruckende Zeitreise zur aufstrebenden NWOBHM und die damit verbundene musikalische Aufbruchstimmung geboten. Mit ihren beiden Alben „Warhead“ und „Blood & Thunder“ haben More Meisterwerke des Genres aufgenommen, den Durchbruch aber nicht auf die Reihe gekriegt. Schade, denn mit Nummern wie ´Road Rocket´, ´Warhead´, ´Rock And Roll´ oder dem finalen ´Atomic Rock´ hat die Truppe – bei der niemand aus den Zeiten der Veröffentlichungen mehr an Bord ist – britisches Weltkulturerbe geschaffen. Wie beim nicht ganz so gelungenen Headbangers-Open-Air-Auftritt 2011 wird mit Judas Priests ´A Touch Of Evil´ auch dem Schaffenswerk des Megaproduzenten Tsangarides gehuldigt, auf die Led-Zeppelin-Reminiszenz hingegen verzichtet. Wäre Neudi von Roxxcalibur nicht gerade mit Manilla Road in Südamerika unterwegs, er hätte bestimmt in der ersten Reihe mitgefeiert oder sogar bei ´Atomic Rock´ getrommelt.
Anschließend laden uns auch HIRAX auf eine Zeitreise ein. Mitte der Achtziger war Frontmann Katon W. De Pena mitten im Epizentrum der aufkeimenden Thrashwelle eine der größten Szene-Persönlichkeiten. Während seine Kumpels mit anderen Bands Karriere machten, blieb seine eigene Truppe leider nur eine Randnotiz, die seitdem trotzdem mit eisernem Durchhaltevermögen beeindruckt. Wirklich schade, dass die Band nie richtig durch die Decke gegangen ist, denn auch heute zeigt das Stehaufmännchen mit seinen Musikern mal wieder, welch starke Nummern man seit Jahrzehnten auf Lager hat. So besteht die ausgewogene Setlist aus Stücken vom Debüt (leider nicht ´Bombs Of Death´, sondern ´Destroy´) bis zum aktuellen Werk (u.a. ´Hellion Rising´). Und immer, wenn Katon statt seiner schweren Boots Sportschuhe trägt, ist er auf der Bühne noch agiler und beweist, dass er einer der besten Thrash-Metal-Frontmänner ist. Respekt: Der Mann ist über 50 Jahre alt, und so gut wie er hat sich niemand aus den Thrash-Metal-Gründerjahren gehalten. (wk)
Von MAD MAX könnte sich so manche Nachwuchs-Combo eine Scheibe abschneiden: Die Hardrocker geben auf der Bühne auch nach mehr als 30 Jahren immer noch Vollgas und lassen sich vom plötzlich einsetzenden Regenschauer, der ihnen kurzzeitig einen Großteil des Publikums klaut, nicht sonderlich beeindrucken. Gegen die abwechslungsreiche Mischung aus Mitsing-Klassikern (´Fox On The Run´, ´Wait For The Night´) und neueren Stücken (´Another Night Of Passion´) kann das Mistwetter ohnehin nicht anstinken. Mit jeder Menge Herzblut und Leidenschaft locken Jürgen Breforth, Michael Voss & Co. ihre Pappenheimer im Nu zurück – da darf der singende Gitarrist nach dem Anfeuern des Publikums auch mal im Eifer des Gefechts kurz vergessen, wo er seinen Sechssaiter hingelegt hat. (am)
Eigentlich sollte man denken, eine Band wie EKTOMORF würde auf dem Bang Your Head nicht ansatzweise funktionieren, aber Pustekuchen: Sobald die Ungarn die ersten tighten Brachial-Grooves durch die P.A. drücken, hüpfen die ersten Reihen, und weiter hinten erntet man zumindest wohlwollendes Kopfnicken. Die Band wird ihren Ruf als mäßig spannende Soulfly-Kopie zwar wahrscheinlich nie ganz loswerden, nicht zuletzt weil Fronter Zoltán Farkas auch optisch wie Max Cavalera Ende der Neunziger rüberkommt, aber zumindest spielt Zoltán mittlerweile mehr und besser Gitarre als sein großes Vorbild, und es gelingt ihm sogar, den ersten, durchaus rabiaten Moshpit des Tages anzuzetteln. (mr)
Ähnlich wie Michael Schenker hat ROB ROCK eine Reihe hervorragender Bands bereichert. Nachdem der Amerikaner am Vorabend bei Axel Rudi Pell kurz eine seiner Karrierestationen streifte, konzentriert er sich heute bei seinem zweiten Auftritt nach 2003 in Balingen unter eigenem Banner (2009 war er mit Driver hier) fast komplett auf seine Solokarriere, weswegen Songs von Warrior, Joshua, M.A.R.S. und Driver außen vor bleiben – im Gegensatz zu seiner Zeit bei Impellitteri, die er mit ´I´m A Warrior´ beeindruckend aufleben lässt. Ansonsten hat der Lockenkopf zahlreiche Eigengewächse im Programm, von denen ´Judgement Day´ und ´In The Night´ heute die Highlights sind. Seine Begleitband besteht diesmal zu drei Vierteln aus den Schweden Narnia und seinem langjährigen Partner Peter Halgren. Genau so hat Melodic Metal zu klingen, und nicht ohne Grund darf Rob sich als „The Voice of Melodic Metal“ bezeichnen. Wäre toll, wenn er jetzt auch mal wieder ins Studio gehen würde. (wk)
STRYPER erinnern aufgrund ihrer schwarzgelben Outfits zwar eher an eine Mischung aus BVB-Fans und Biene Maja, erweisen sich aber innerhalb kürzester Zeit als hochprofessionelle, Stimmung machende Partyrocker, die das Publikum mühelos in die wilden Achtziger zurückkatapultieren. Bibel-Message hin oder her (´Reach Out´ und ´Makes Me Wanna Sing´ lassen grüßen) – Stryper brillieren mit eingängigen Songs, bemerkenswerter Gitarrenarbeit sowie einer Bombenshow und begeistern die Massen vor der Bühne, die aus voller Kehle Klassiker wie ´Loud N Clear´ oder das Kiss-Cover ´Shout It Out Loud´ mitschmettern. In diesem Sinne: ´To Hell With The Devil´! (am)
Eine schwindelige Kamikaze-Achterbahnfahrt ist manchmal nichts gegen die flotten Stilwechsel auf der Hauptbühne. Auf die Bibelwerfer Stryper die Death-Metaller OBITUARY folgen zu lassen, ist auf jeden Fall eine sportliche Herausforderung an die geschmackliche Flexibilität der Zuschauer. Und die müssen neben Stiltoleranz an diesem Nachmittag auch noch Wetterfestigkeit beweisen, denn kaum steht der Set der Herren um Frontmann John Tardy an, beginnt es zu regnen. Die meisten Fans stört das nicht. Sie verharren tapfer mit oder ohne Regenschutz vor der Bühne und gucken sich das cool durchgezockte Konzert der Herren aus Florida an, das Gitarrist Trevor Peres bei ´The End Complete´ mit einem herzhaft-entspannten Gähnerchen auflockert. (cs)
Leider kommt der UNISONIC-Gig etwas zu früh, um mehr als zwei Songs des drei Wochen später erscheinenden neuen Hammeralbums „Light Of Dawn“ in die Setlist aufzunehmen, aber ´For The Kingdom´ und ´Exceptional´ (für das man laut Michael Kiske „ein Angebervideo gedreht“ hat) dürften die Platte auf dem Einkaufszettel nicht weniger Besucher landen lassen. Bei ihrem „ersten Gig seit 2012, und das merkt man auch“ (süffisanter O-Ton Kiske), setzen die Power-Metal-Allstars ansonsten auf Bewährtes wie ´Unisonic´, ´Star Rider´, ´We Rise´ sowie als krönenden Abschluss die obligatorische überlange Version des Helloween-Gassenhauers ´I Want Out´. Kai Hansen schwebt dauergrinsend durchs Programm, Mandy Meyer setzt mit seiner völlig anderen Herangehensweise an die sechs Saiten clevere Kontrapunkte, und Kiske erlaubt es sich wie üblich, auf die mittlerweile fast schon DIN-genormte Metal-Frontmann-Etikette zu pfeifen, und verzichtet völlig auf klischeehafte Posen und hysterisch gebrüllte oder gekeifte Ansagen voller vorhersehbarer Standardphrasen. Stattdessen wird mit sympathischer hanseatischer Zurückgelehntheit gefrotzelt und die eigene Band aufs Korn genommen. Und mit seiner nach wie vor extrem charismatischen Stimme gelingt es Kiske sogar, die tiefschwarzen Gewitterwolken zu vertreiben und die Sonne wieder scheinen zu lassen.
Nachdem bereits Kosta Zafirious Schlagzeug etwas zu laut im Mix gewesen ist, zeigen ANTHRAX, wie man einen eigentlich nicht sonderlich komplexen Bandsound vollends vor die Wand fahren kann. Charlie Benantes Drums und Frank Bellos Bass bollern so penetrant, dass man selbst einige der Klassikersongs erst beim Refrain erkennt und nach dem Gig trotz Ohrenstöpseln wie betäubt von dannen wankt. Testament auf dem Rock Hard Festival waren harmlos dagegen. Den Großteil des Publikums stört der viehische Sound allerdings nicht, was vor allem an der schier unerschöpflichen Energie von Duracell-Häschen Joey Belladonna liegt. Der 53-Jährige rennt, fuchtelt und animiert, als hänge seine Rentenversicherung davon ab (was sie ja vielleicht tatsächlich tut), schnappt sich ständig die Bühnenfotografen, um Bilder vom und mit dem Publikum zu machen, und schafft es dabei fast, unseren kampferprobten Knipser Axel an einer der riesigen Metallhände am Bühnenrand zu zermalmen. Wie Ozzy Osbourne auf Speed reißt Belladonna die Menge mit, schmettert Hits der Marke ´Got The Time´, ´Indians´, ´In The End´ (inklusive Dio- und Dimebag-Backdrops), ´Madhouse´, ´I Am The Law´ (hier gleiten die ersten und wahrscheinlich auch einzigen Crowdsurfer des Tages in Richtung Fotograben) oder ´Antisocial´ mit Inbrunst und überstrahlt locker das routiniert-gelangweilte Gerödel seiner Hinterleute beim letzten Gig ihrer diesjährigen Europatour. (mr)
Ist das Festival in diesem Jahr tatsächlich nicht so gut besucht, oder liegt es am etwas verschwörerischen Geheimtipp-Status, mit dem Atlantean Kodex zwischen Zeltplatz und Bierstand den Tag über gehandelt wurden? Jedenfalls kann man sich bei EUROPE nicht über Enge beklagen. Für eine lautstarke Party von ´Rock The Night´ bis ´Superstitious´ reicht es aber allemal. Joey Tempest ist immer noch eine agile Rampensau, die lässig das Mikrofon durch die Gegend wirbelt und so gut singt, dass man fast etwas Zweifel daran hegt, ob da nur der Background-Chor vom Band kommt. Mit ihren großen Hits (außer ´Carrie´ – warum, Jungs, warum?!) (das „covern“ parallel, als hätte man sich abgesprochen, Atlantean Kodex in der Halle... - mr) und einigen Tracks vom neuen Album (u.a. ´Demon Head´ und ´Riches To Rags´) lehnen sich die Schweden in ihrer Performance nicht aus dem Fenster. Es braucht aber auch keine Overstatements, wenn man den beliebtesten Suizid-Song der Welt geschrieben hat – und ´The Final Countdown´ ist live schlicht immer noch so episch wie eine Armee von Haien mit Lasern auf dem Kopf.
TWISTED SISTER sind zum Abschluss des Tages einmal mehr Headliner ihres persönlichen deutschen Haus- und Hof-Festivals. Mit kleineren Abweichungen haben sich die Hardrocker diesen Sommer eine perfekte Festival-Partysetlist zusammengestellt (von ´Stay Hungry´ über den Schock-Rocker ´Captain Howdy´ bis zum furiosen Finale ´S.M.F.´). Ein exzellent aufgelegter Dee Snider wirft dazu so lange Klamotten von sich, bis auch dem letzten Kurzsichtigen klar ist, wer der am besten trainierte Mann auf dem Festival ist. Zwischendrin pöbelt die Band fröhlich gegen Reunions ohne alle Originalmitglieder („Animal brachte zur Reunion-Probe eine verdammte Shotgun mit. Erzählt mir nicht, eure Reunion ist hart!“), Talentwettbewerbe im Fernsehen und Trolle in Sozialen Netzwerken. Dass das Gesangsmikro dabei ein wenig zu leise ist, macht das Publikum mit ganzem Körpereinsatz wieder wett. Mit Käsespätzle und Bier, umgeben von Metalheads, die wie aus einer Kehle ´We´re Not Gonna Take It´ singen: Mehr Bang Your Head geht nicht! (ln)
 
In Balingen rockten, feierten und grölten die Gewitterwolken weg: Michael Rensen (mr), Jens Peters (jp), Alexandra Michels (am), Wolfram Küper (wk), Conny Schiffbauer (cs), Laura Niebling (ln), Lisa Stegner und Axel Jusseit (Fotos und Joey-Belladonna-Sparringspartner).


Die Halle

Genau wie in den vergangenen Jahren wird auch beim diesjährigen Bang Your Head ein Teil des Programms – und zwar vorrangig die Bands der härteren Gangart – in die direkt auf dem Gelände gelegene Messehalle ausgelagert. Abseits der Gigs dient die Halle auch als Treffpunkt für die zahlreichen Meet & Greets sowie als Schnellrestaurant und Schutzzone vor den häufigen Regenschauern. Einziger größerer Kritikpunkt ist, dass von den eigentlich zahlreich vorhandenen fest installierten Toiletten, die sich über zwei Etagen verteilen, während des gesamten Festivals nur die Hälfte geöffnet ist, was vor allem während der Umbaupausen zu längeren Wartezeiten führt.

Donnerstag

Traditionell findet am Donnerstagabend für alle früh Angereisten die offizielle BYH-Warm-up-Party statt. Der Eintritt ist nicht im Festivalticket inbegriffen, weil aber ein hochkarätiges Programm geboten wird, finden die Zusatztickets guten Absatz.
Während in den vergangenen Jahren meistens eine lokale Band den Anheizer machen durfte, ist es dieses Mal an DYNAMITE aus Schweden, den Abend zu eröffnen. Die vier Burschen haben AC/DC offensichtlich bereits mit der Muttermilch aufgesogen, feuern ein fettes Riff nach dem anderen aus der Hüfte, haben sichtlich Spaß in den Backen und liefern den Anwesenden eine kurzweilige, etwas mehr als halbstündige Show.
Im Anschluss dürfen ihre schwedischen Landsmänner von BULLET auf die Bretter, denen die Organisatoren, wenn man sich am Füllstand der Halle und der Stimmung im Publikum orientiert, besser einen späteren Slot im Billing zugestanden hätte. Fronter Hell Hofer gewinnt mit seinem schwarzgoldenen Samtanzug (inklusive Cape) definitiv den Preis für das geilste Bühnenoutfit des gesamten Festivals, der riesige, aus Glühbirnen und einem bemalten Holzrahmen bestehende Bullet-Schriftzug, den die Band seit Jahren statt eines Backdrops zum Einsatz bringt, ist nach wie vor ein Augenfang – und obendrein sind die Jungs wie immer bester Laune und zudem hervorragend aufeinander eingespielt.
Nach einer kurzen Pause folgt eine Show, auf die ich mich im Vorfeld des Festivals ganz besonders gefreut habe: Nachdem Kollege Bittner und ich STORMWARRIOR auf ihrer jüngsten Tour im Vorprogramm von Gamma Ray (siehe Bericht in Rock Hard 325) leider verpasst haben und uns damit den Unmut zumindest eines der Bandmitglieder zuzogen, ist es natürlich Ehrensache, dieses Mal am Start zu sein. Kollegin Michels hat sich bereits vor Beginn des Konzerts in der ersten Reihe festgekettet (immerhin hilft heute ein alter Kumpel von ihr an der Gitarre aus), der Sound knallt, und die Jungs spielen einen grundsoliden  Set. Asche über das Haupt der paar Dutzend Headbanger, die sich nach Bullet aus der Halle verziehen, um es sich auf dem Vorplatz an den Bierständen bequem zu machen. So was macht man nicht, pfui!
VICTORY liefern im Anschluss ein Hardrock-Feuerwerk der Sonderklasse ab, mit dem sie es schaffen, die versprengten Schäfchen wieder einzufangen. Das mag natürlich auch daran liegen, dass die (seit vergangenem Jahr runderneuerte) Band nicht gerade dafür bekannt ist, übermäßig viele Konzerte zu spielen. Das Publikum ist jedenfalls begeistert, und spätestens zum obligatorischen ´Checks In The Mail´ gibt es auch in den letzten Reihen kein Halten mehr.
Den Abend beschließen GRAVE DIGGER, die nicht nur ein neues Bühnenbild (mitsamt Backdrop und aufgestellten Särgen), sondern auch ein neues Album im Gepäck haben. Konsequenterweise bringen die Jungs vier Songs von „Return Of The Reaper“ (´Hell Funeral´, ´Grave Desecrator´, ´Tattooed Rider´ und ´Season Of The Witch´) im Set unter, die sich, obwohl sie noch kaum jemand aus dem Publikum kennen kann, hervorragend mit dem bekannten Material mischen und dementsprechend gut ankommen. Die zahlreichen Pyro- und CO2-Effekte tun ihr Übriges, um den Headlinerstatus der Teutonen-Urgesteine zu unterstreichen. Sackstarke neue Platte, geile neue Show – willkommen zurück, Jungs! (jp)

Freitag 
Den vermutlich undankbarsten Slot des gesamten Festivals haben am Freitagabend die Hallenbands. Während Axel Rudi Pell seinen gigantomanischen Jubiläums-Marathon absolviert, hält sich die Begeisterung für das Konkurrenzprogramm sichtlich in Grenzen. Ob EVOCATION deshalb zehn Minuten später in ihren Gig starten? Als sie die Bühne betreten, lassen sie sich jedenfalls nichts anmerken. Hassklumpen Thomas Josefsson brüllt sich die Seele aus dem Leib, und auch die beiden neuen Bandmitglieder – Simon Exner an der Axt und Conny Pettersson am Schlagzeug – haben ihre Death-Metal-Hausaufgaben gemacht. Zwischen Flammensäulen und vorgeschobenen Unterkiefern ist es ein arschcooler Auftritt, dessen Sound leider etwas im Raum verhallt, da es in der leeren Halle an Resonanzkörpern fehlt. (ln)
Bei GRAVE ist die Halle voller, obwohl die Schweden sogar ihren kompletten Set parallel zur Pell-Jubiläumssause spielen und im Gegensatz zu Evocation auf Feuereffekte verzichten. Zwar platzt die Indoor-Location immer noch nicht aus allen Nähten, und Frontmann Ola Lindgren fragt sogar nach einer halben Stunde schmunzelnd: „Ihr seid so leise. Sind wir wirklich so schlecht?“, aber von einem schlechten Gig kann man wirklich nicht sprechen. Das Quartett zockt eine solide, bei den anwesenden Fans gut ankommende Show, bei der der augenzwinkernde Hinweis, den Grave-Song ´Winds Of Chains´ bitte nicht mit dem Scorpions-Klassiker ´Wind Of Change´ zu verwechseln, nicht fehlen darf. (cs)
Der Begriff „Kult“ ist überstrapaziert. Die Piledriver-Nachfolgetruppe THE EXALTED PILEDRIVER passt aber vor allem wegen des Outfits und der Lyrics von Mastermind Gord Kirchin in diese Kategorie. Nummern wie ´Sex With Satan´, ´Witch Hunt´, ´Piledriver´ und natürlich ´Metal Inquisition´ („If you´re not a metal head, you might as well be dead. We´re the metal inquisition. We sentence you to death by guillotine!“) sowie die Bühnenshow des Sängers mit der wenig ästhetischen Wampe in seinem SM-Kostüm sorgen für beste Unterhaltung (wer fickt schon eine Monitorbox?). So ist der klischeetriefende Auftritt wohl der bislang beste der Kanadier in Deutschland. (wk)
Nach dem Rosenkrieg mit Drummer Alex Wank um den Namen Pungent Stench und einigen Interims-Namens-Lösungen steht Frontmann Martin Schirenc nun als SCHIRENC PLAYS PUNGENT STENCH auf der Bühne und verschießt mit einem humorvoll-ironischen „Hallo, wir sind die Scorpions und spielen heute nur Pungent-Stench-Songs“ direkt zu Beginn des Konzerts einen kleinen Giftpfeil in Richtung seines ehemaligen Mitstreiters. Auch ansonsten ist der aus Songs der ersten vier Alben der österreichischen Deather bestehende Set gespickt mit Wiener Schmäh und lockeren Sprüchen à la „Herzlichen Glückwunsch zum 25. Geburtstag, Axel Rudi Pell. Du siehst ein wenig älter aus als 25 Jahre“. (cs)

Samstag

Während auf der Hauptbühne Europe ganz großes Herrentennis spielen, werden ATLANTEAN KODEX in der immerhin halb gefüllten Halle begeistert abgefeiert. In bester Clubshow-Atmosphäre präsentieren sich die Süddeutschen gut eingespielt, feixen und lachen viel und entsprechen so gar nicht dem überernsten, verkniffenen Trueness-Bild, das gerne von ihnen gezeichnet wird und das der Band weder gerecht wird noch ihr auf lange Sicht weiterhelfen dürfte. Gitarrist Manuel Trummer stimmt zwischendurch grinsend Europes ´Carrie´ an, während Sänger Markus Becker gleich zu Beginn Klaus Meine imitiert und den kompletten Gig über sympathisch unaffektiert mit den teils sehr jungen Fans kommuniziert. Musikalisch lässt man ebenfalls nichts anbrennen, Kopfkurzfilme wie ´Pilgrim´, ´Heresiarch´ oder ´A Prophet In The Forest´ zünden live sogar besser als auf Platte und lassen intensive Epic-Metal-Vibes durchs Auditorium wabern. Toller Gig! (mr)
Eine der positivsten Überraschungen des Wochenendes sind DELAIN, die es trotz direkter Konkurrenz zu den Headlinern Twisted Sister schaffen, die Messehalle mehr als ordentlich zu füllen. Frontdame Charlotte Wessels findet mit rockiger Fransenlederjacke und nicht zu pathetisch-kitschigem Auftreten genau den richtigen Ton, um die 700 bis 1.000 Anwesenden zu überzeugen. Die Band macht nichts falsch, der poprockige Symphonic Metal zündet, und jede Bewegung der HolländerInnen auf der Bühne wirkt professionell und durchdacht. Das findet auch der kleine Dreikäsehoch vor mir, der fast das komplette 50-Minuten-Konzert auf den Schultern seines Vaters verbringt und standhaft Teufelshörner in Richtung Bühne zeigt. (cs)
OMEN machen es ihren Fans mit einem erneuten Sängerwechsel und der ewigen Warterei auf das neue Album nicht leicht. Direkt von einer Südamerikatour zurück, hat man wieder mal Kevin Goocher an Bord. Und der macht optisch mit seiner Ritterrüstung und auch stimmlich einen gelungenen Job. Ärgerlich nur die technischen Probleme, die die Band improvisieren lassen, und das Duett von Kevin mit seiner Tochter bei ´Don´t Fear The Night´. Ein absoluter Frevel, einen Klassiker so zu verschandeln! Gut, dass der Rest des Programms absolut überzeugt. In der Setlist findet sich neben Genreklassikern wie ´Death Rider´, ´The Axeman´, ´Battle Cry´ und ´Teeth Of The Hydra´ auch die von Kevin eingesungene Nummer ´1000 Year Reign´, die zwar etwas abfällt, aber dennoch passt. Letztlich beschließt man mit ´Die By The Blade´ ein saugeiles Wochenende. (wk)


Randnotizen

Am Samstagnachmittag stand das Festival kurz vor dem Abbruch. Nach einer Unwettermeldung, die schwerste Hagelgewitter befürchten ließ, holten die Veranstalter während des UNISONIC-Gigs die neben der Bühne hängenden riesigen Transparente ein und warnten die Besucher vor dem drohenden Unheil. Auf den letzten Kilometern überlegten es sich die tiefschwarzen Wolkenmassen allerdings glücklicherweise anders und drehten ab. Wahrscheinlich wollte der Wettergott weiter ungestört Herrn Kiskes glockenheller Engelsstimme lauschen... (mr)

Die örtliche Balinger Taxi-Hotline endet auf 6666 – wie praktisch. (ln)

Herman Frank gab sich einige Stunden nach der VICTORY-Show im Gespräch mit einem unerkannt bleiben wollenden Schreiberling gleichsam taktvoll wie charmant: „Ich kenne dich irgendwoher, wer bist du noch gleich? Was, der? Auf Fotos siehst du aber jünger aus. Und ein paar Kilo abspecken könntest du auch. Hier, fühl mal meinen Bauch. Und ich bin alt. So muss sich das anfühlen!“ (jp)

ANTHRAX machten backstage einen mittelschweren Aufstand, weil jemand vergessen hatte, ihnen eine Waschmaschine in die Umkleidekabine zu stellen. Rockstars... (mr)

Mit 289 „Hilfeleistungen“, wie der Fachmann sagt, hatten die knapp 60 auf dem Festivalgelände eingesetzten Sanitäter und Notärzte ein relativ entspanntes Wochenende. Höhepunkt der drei Tage war aus medizinischer Sicht jener Festivalbesucher, der sich im Sani-Zelt wie selbstverständlich eine Infusion mit allem Drum und Dran ausleihen wollte, um seinen etwas unfitten Kumpel auf dem Campingplatz wieder aufzupäppeln. (mr)

Liebe Volksbank: Warum finanziert ihr eine Messehalle – offensichtlich als Kontrapunkt zur gegenüberliegenden Sparkassen-Arena – und installiert dort aber nicht mal einen Geldautomaten? (ln)

Mötley Crüe können sich getrost zur Ruhe setzen: Das diesjährige Bang Your Head markiert die alkoholgeschwängerte Geburtsstunde einer Glam-Metal-Band, die Frauenherzen rasen, Stilberater verzweifeln und Männer vor Neid erblassen lassen wird. Am Mikro: Vince Peters, im Nebenberuf Schreiberling jener Metal-Gazette, die ihr gerade in Händen haltet. Ladies and Gentlemen, wir präsentieren die L.A. Saintz. Namentliche Ähnlichkeiten mit Peters´ Heimatort Langendreer oder einem gewissen Crüe-Song sind natürlich rein zufällig. Die noch vor den ersten Songs aufgenommenen Bandfotos müssen wir euch leider vorenthalten – sie waren so scharf, dass sie in Nullkommanichts auf dem Index gelandet sind. (am)   

Kleine Korrektur, werte Kollegin: Die Bilder der Saintz landeten nicht auf dem Index, sondern im Redaktionsmülleimer. Zu sehen waren auf den (glücklicherweise leicht verwackelten) Fotos nämlich wahlweise nur die nackten Hinterteile der „Musiker“ bzw. das, was auf gleicher Höhe vorne so herumhängt. Lecker geht anders, liebe Damenwelt... Ein zwangsverpflichtetes Bandmitglied soll auch direkt nach dem Fotoshooting wieder ausgestiegen sein („geschmacklos, diese Bilder, wirklich geschmacklos!“), während der Rest der Chaoten immer noch verzweifelt über dem ersten Takt des ersten eigenen Songs brütet („E-Dur-Akkord? A-Dur-Akkord? Was würde Mick Mars an dieser Stelle spielen?“). (mr)

2015 wird das Bang Your Head 20 Jahre alt. Zum Jubiläum werden Veranstalter Horst E. Franz und seine Crew ihr Festival erstmals auf drei volle Tage (Donnerstag bis Samstag) ausdehnen und die Warm-up-Party auf den Mittwoch vorverlegen. Als erste Bands sind W.A.S.P., die PRETTY MAIDS, Y&T, PRIMORDIAL, EXCITER (im Original-Line-up), OMEN, MORGANA LEFAY, TANK und HIRAX bestätigt. (mr

Bands:
EUROPE
HIRAX
ATLANTEAN KODEX
VICTORY
STORMWARRIOR
RIOT V
ANTHRAX
ROB ROCK
ACCU§ER
BULLET
AXEL RUDI PELL
KISSIN' DYNAMITE
DELAIN
TWISTED SISTER
EKTOMORF
UNISONIC
OMEN
GRAVE
MICHAEL SCHENKER´S TEMPLE OF ROCK
THE EXALTED PILEDRIVER
PUNGENT STENCH
GRAVE DIGGER
SEBASTIAN BACH
OBITUARY
STRYPER
TRAITOR
MAD MAX
EVOCATION
EXODUS
DYNAMITE
Autor:
Wolfram Küper
Alexandra Michels
Michael Rensen
Conny Schiffbauer
Laura Niebling
Jens Peters

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