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TRANS-SIBERIAN ORCHESTRA

Christmas Eve And Other Stories / The Christmas Attic

Ausgabe: RH 164

(62:13)(72:23) Wer schon immer mal etwas genauer wissen wollte, warum Savatage in den letzten Jahren ein halbes Dutzend Veröffentlichungstermine ihres demnächst erscheinenden Albums "Poets And Madmen" verschoben bzw. einen schwer nachvollziehbaren Zickzack-Kurs in puncto Touring hingelegt haben, der sollte es sich nicht nehmen lassen, in diese beiden Re-Releases reinzuhören - und gleich ein paar Exemplare davon für Mutti, Opa und Tante Luise einzupacken, damit die liebe Verwandtschaft beim Fress-Fest 2000 mal was anderes hört als die Weihnachtsplatten von James Last, Ivan Rebroff oder André Rieux. TSO ist ein Unternehmen, das konsequent in eine Marktlücke vorgestoßen ist. In den USA hat der aufwendig produzierte Nebenerwerb des Komponistenteams Oliva/O'Neill nach allen Regeln der Kunst eingeschlagen, das Mainstream-Publikum erobert und konsequenterweise Edelmetall abgeräumt. "TSO ist Savatage, und Savatage ist TSO", brachte Basser Johnny Lee Middleton die Sachlage kürzlich auf den verzwickten Punkt. Für echte Savatage-Fans dürfte es nach wie vor eine Glaubensfrage sein, ob man sich die Weihnachtsalben des Savatage-Ablegers zulegt oder nicht, aber dass TSO in Europa bislang eher mit kitschiger Fahrstuhlmusik als mit einem essenziellen Sideproject in Verbindung gebracht wird, ist ein offenes Geheimnis. Daran dürfte auch der Re-Release des 1996 veröffentlichten "Christmas Eve And Other Stories" und des 1998 erschienenen "The Christmas Attic" zunächst nicht viel ändern. Natürlich transportieren beide Scheiben über weite Strecken typischen Savatage-Bombast (allerdings in schaumgebremster Slow Motion) inklusive so manch knackigem Gitarrenlead der Herren Caffery oder Pitrelli. Und die diversen Gastmusikanten, hauptsächlich Stimmen, die Paul am Broadway rekrutiert hat, repräsentieren ebenfalls durchweg erste Klasse. Für Europa dürfte dennoch das Gleiche gelten wie für die Staaten: Der Erfolg von TSO wird ganz sicher nicht vom Wohlwollen der Heavy-Gemeinde abhängen, sondern auf einer anderen Ebene entschieden.

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