Review

Reviews 8.5
Progressive

THRESHOLD

Dividing Lines

Label: Nuclear Blast/Rough Trade
Dauer: 64:53
Erscheinungsdatum: 18.11.23
Ausgabe: RH 426

Ich geb´s zu: Meine Kritik am letzten THRESHOLD-Album „Legends Of The Shires“ war etwas überzogen. Natürlich konnte Rückkehrer Glynn Morgan Übersänger Damian Wilson nicht hundertprozentig ersetzen, aber mit einigem Abstand war die Scheibe doch eine großartige. Und „Dividing Lines“ fällt ähnlich stark aus. Schon nach wenigen Sekunden ist man mittendrin in der typischen THRESHOLD-Magie, dieser einzigartigen Mischung aus kraftvollem, zeitlos arrangiertem Prog-Rock/Metal und fast schon unverschämt poppigen Ohrwurmmelodien. Das Eröffnungstrio ´Haunted´, ´Hall Of Echoes´ und ´Let It Burn´ reiht sich problemlos ein in die lange Reihe klischeefreier Überhits, die sich keine zeitgenössische Genre-Band so locker aus dem Ärmel schüttelt wie die fünf Briten. Dieses extrem hohe Niveau kann die Gruppe nicht über die komplette Spielzeit halten, mit ´Complex´ gibt es aber noch einen weiteren makellosen Smasher, und die sehr eleganten elfminütigen Epen ´The Domino Effect´ und ´Defence Condition´ fahren alles auf, was THRESHOLD so großartig macht: tolle Klanglandschaften, stimmige Spannungsbögen, einfühlsame ruhige Passagen, knallharte Riffs, technische Kabinettstückchen und fabelhafte Hooks bis zum Abwinken. Im direkten Vergleich ist „Dividing Lines“ etwas düsterer und härter als „Legends Of The Shires“, melodisch aber fast genauso grandios. Und nein, es ist müßig und auch ein wenig respektlos, darüber zu spekulieren, wie die Scheibe mit Damian Wilson klingen würde. Sie ist auch so ein Sahnewerk.

Autor:
Michael Rensen

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