Review

Reviews 10.0

SORCERER

The Crowning Of The Fire King

Ausgabe: RH 366

Metal Blade/Sony (57:37)
Wenn der komische Albumtitel, der eher an Rhapsody oder irgendeinen dieser anderen Peters-Faves, bei deren Hören er sich wie ´ne Elfe verkleidet und übers Feld hopst (oder was die jungen Leute bei diesen Rollenspielen so machen), der einzige Kritikpunkt an der neuen SORCERER ist, müssen die Schweden, nun, „irgendwas“ richtig gemacht haben.  
Ernsthaft: In der Neun-Punkte-Rezension zum 2015er Vorgänger habe ich geschrieben, dass nur die etwas unscheinbareren Tracks ´Exorcise The Demon´ und ´In The Shadow Of The Inverted Cross´ die Höchstnote verhindern. Ergo: SORCERER, diese legendären Doom-Metaller um den späteren Tiamat-Basser Johnny Hagel, deren 1989er und 1992er Demotapes zum frühen Genre-Kanon gehören, haben diesmal - inklusive des kurzen Intrumentals ´Nattvaka´ - ACHT Granaten wunderbar organisch UND druckvoll auf die Festplatte gezimmert, lassen also gar keine Luft mehr zum Verschnaufen und offerieren mit „The Crowning Of The Fire King“ in der Folge das beste „echte“ Heavy-Metal-Album seit dem (allerdings im Grunde „unmessbaren“) Atlantean-Kodex-Meilenstein „The White Goddess“ von 2013. Wobei ´Sirens´ (bereits als Vorab-7“ ausgekoppelt), ´Ship Of Doom´, ´Abandoned By The Gods´, ´The Devils Incubus´, ´Crimson Cross´ sowie die beiden am Ende platzierten, wunderbar ausladenden Jetzt-zerreißen-wir-die-Herzen-komplett-Wunderwerke ´The Crowning Of The Fire King´ und vor allem ´Unbearable Sorrow´ nicht nur auf dem Niveau des Besten von Doom-Meilensteinen wie Candlemass´ „Nightfall“, Solitude Aeturnus´ „Through The Darkest Hour“ (noch mal: ihre stärkste Platte!), Warnings „Watching From A Distance“ oder While Heaven Wepts „Vast Oceans Lachrymose“ reüssieren, sondern auch immer ganz klassischen Hardrock und Heavy Metal atmen, Rainbows „Rising“, Dios „Holy Diver“, Black Sabbaths „Headless Cross“, aber auch Warlords „Deliver Us“, Fates Warnings „Awaken The Guardian“ oder Manowars „Into Glory Ride“. Was SORCERER in erster Linie von ihrer ja wahrlich nicht schlechten „Konkurrenz“ wie Memory Garden, Below oder Veni Domine abhebt, ist neben einer trotz aller Ernsthaftigkeit in allen Punkten fühlbaren Lässigkeit, besser: Selbstverständlichkeit, ein einzigartiges Gespür für riesengroße Melodien nicht nur, aber in erster Linie in den stets ihren Namen auch verdienenden Refrains, die manchmal an der Grenze zum Kitsch manövrieren mögen, diese aber, und DAS ist die allergrößte Kunst, niemals überschreiten - episch eben und dabei kein bisschen klebrig.  
Was soll an „The Crowning Of The Fire King“, bitte schön, dieses Jahr noch heranreichen?

DISKOGRAFIE

Sorcerer (Demo-Compilation, 1995)
Heathens From The North (Demo-Compilation, 2004)
In The Shadow Of The Inverted Cross (2015)
Black (EP, 2015)
Sirens (7“, 2017)
The Crowning Of The Fire King (2017)


LINE-UP

Anders Engberg (v.)
Kristian Niemann (g.)
Peter Hallgren (g.)
Johnny Hagel (b.)


DIE PATEN

Wer folgende Acts mag, wird auch auf „The Crowning Of The Fire King“ abfahren:

Candlemass * Solitude Aeturnus * Veni Domine * Black Sabbath * Memory Garden * Memento Mori * Doomshine * Warning * While Heaven Wept * Procession * Isole * Forsaken * Mountain Throne * Below * Rainbow * Dio * Bell * Warlord * Cross Vault

Autor:
Boris Kaiser

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