Review

Reviews 9.5

POTHEAD

Learn To Hypnotize

Ausgabe: RH 117

Diese Scheibe läuft bei mir seit Wochen fast jeden Tag in der privaten Heavy Rotation - und das hat seine Gründe. Keine Platte kommt zur Zeit so relaxt, selbstsicher und kurzweilig daher wie "Learn To Hypnotize". Dabei war die Irritation anfangs groß, als die ersten beiden Titel der Vorab-CD bei knapp zwei Minuten stehenblieben, als ginge es darum, klarzustellen, daß Kiffermusik nicht unbedingt mit zehnminütigen Endlos-Jams in Verbindung zu bringen ist. Nein, POTHEAD machen ihre Sache lieber höllisch kompakt und schleppen 16 beinahe gleichstarke Titel an, die eindrucksvoll die Stärken der Band dokumentieren. Brads einfühlsames Gitarrenspiel und beschwörende Stimme sind vor dem Hintergrund einer geradeaus agierenden Rhythmussektion für jede Menge Gänsehaut gut, der Mann hat ein faszinierendes Gefühl für Musik. Daß die Band ihr neuestes Werk selbst aufgenommen hat, hört man den entspannten Einspielungen, die ohne Zeitdruck zustande kamen, zu jeder Sekunde an. Auch wenn POTHEAD gelegentlich die Bratgitarren rausholen, um mit angezogener Handbremse ein wenig loszurocken, bestimmen doch eher die ruhigeren Töne das Album. Dabei kommt das deutsch-amerikanische Trio erst gar nicht auf die Idee, irgendwelche Klischee-Balladen anzuschlagen. Im Gegenteil, mit "Learn To Hypnotize" reichen POTHEAD auf ihre Weise fast an einen Meilenstein der Rockgeschichte heran: das nach wie vor unübertroffene Temple Of The Dog-Album. Beeindruckend.

Autor:
Holger Stratmann
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