Review

Reviews 5.0

POISON

Flesh And Blood

Ausgabe: RH 42

Ich hatte fast schon die Hoffnung, daß diese Scheibe richtig gut wird. Das monströse Intro leitet nämlich mit 'Valley Of Lost Souls' den härtesten und treibendsten Track der LP ein. Ein Stück fast wie in alter Mötley Crüe-Manier. Was danach allerdings folgt, ist zum Großteil der erwartete, vor Kommerz triefende Pop-Metal, genau und perfekt durchgestylt wie das ekelhafte Outfit der Band. Produzent Bruce Fairbain hat allerdings erstklassige Arbeit geleistet und der Scheibe Leben eingehaucht. Ganz klar, auch wenn "Flesh And Blood" keine Offenbarung geworden ist, hat sich die Band in allererster Linie musikalisch gesteigert. So finden sich neben den üblichen Schmalz-Rhythmen der Combo auch bemerkenswerte Keyboard-Parts wie beim geilen 'Something To Believe In', einer wirklichen Superballade. Hut ab, hier zeigt man durchaus ernsthafte Ansätze. Doch machen wir uns nichts vor: Das sind und bleiben Ausnahmen. 95 Prozent des Materials sind auf eine bestimmte Käuferschichtzugeschnittene Belanglosigkeiten, die POISON zwar in den Staaten wieder Platinstatus garantieren, aber in Europa wohl nur beim minderjährigen "Bravo"-Publikum für feuchte Schritte sorgen werden. (5)

Autor:
Frank Trojan

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