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ONKEL TOM

Ich glaub´ nicht an den Weihnachtsmann

Ausgabe: RH 163

Der Ripper unter den Onkels schlägt wieder zu. Nach Onkel Toms Saufliedern und dem Desperado-Sideproject bläst der Sodom-Frontmann nun mit 'ner zünftigen Weihnachtslieder-Sammlung zum Angriff auf den guten Geschmack. "Ich glaub'nicht an den Weihnachtsmann" ist seine ganz persönliche Abrechnung mit dem Fest der Liebe und bietet neben solchen Perlen wie 'Ihr Kinderlein kommet', 'Alle Jahre wieder' oder 'Stille Nacht, heilige Nacht' auch zwei Eigenkompositionen. 'Ich glaub'nicht an den Weihnachtsmann' kommt mit einer starken AC/DC-Schlagseite (inklusive 'Hells Bells'-Glockengeläut) über den Deich, während 'Frohes Fest' an eine punkige Sodom-Nummer erinnert. Ebenfalls bemerkenswert: das originelle Intro, in dem der Ruhrpottbarde eine typische Spießeridylle am heiligen Abend aufs Korn nimmt, und das textlich komplett überarbeitete 'Am Weihnachtsbaume'. Die Frage nach Sinn oder Unsinn dieses Projekts muss jeder für sich selbst beantworten. Fakt ist jedoch, dass die Scheibe von Altmeister Harris Johns soundtechnisch gut in Szene gesetzt wurde und dass Fans des Rippers und seines bisweilen etwas gewöhnungsbedürftigen Humors voll auf ihre Kosten kommen werden. Leute, die weniger empfänglich für die Ruhrgebiets-Poesie von ONKEL TOM sind, sollten allerdings einen riesengroßen Bogen um die Scheibe machen...

Autor:
Thomas Kupfer
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