Review

Reviews 8.5
Heavy Metal

OLD MOTHER HELL

Lord Of Demise

Label: Cruz Del Sur/Soulfood
Dauer: 38:29
Erscheinungsdatum: 23.10.2020
Ausgabe: RH 401

Ich bin mir nicht sicher, ob man OLD MOTHER HELL mit den Atlantean-Kodex-Vergleichen, die man im Bezug auf die Band immer mal wieder zu hören bekommt, wirklich einen Gefallen tut. Einerseits ist das natürlich ein Riesen-Kompliment, andererseits wird damit eine Erwartungshaltung geweckt, die nur schwer zu erfüllen ist. Das nur vorweg, denn mit „Lord Of Demise“, das in einigen seiner besten Momente tatsächlich ein wenig nach dem Kodex klingt (während ´Another Fallen Savior´ z.B.), davon ab aber mehr als genug Kreativität mitbringt, um einen Kopisten-Verdacht gar nicht erst aufkommen zu lassen, ist dem Trio erneut eine richtig starke Scheibe geraten. Die Mannheimer spielen epischen Heavy Metal mit sowohl Doom- als auch leichter Heavy-Rock-Schlagseite; eine ganz eigenständige, abwechslungsreiche Mischung, die trotz ihrer Gegensätzlichkeiten überaus homogen klingt. Den größten Wandel im Vergleich zum selbstbetitelten Debüt aus dem Jahr 2017 hat Frontmann Bernd Wener vollzogen, der seinerzeit passagenweise noch sehr an W.A.S.P.-Schreihals Blackie Lawless erinnerte, diesen Touch inzwischen aber beinahe gänzlich abgelegt hat und mit charismatischer, gut wiedererkennbarer Stimme brilliert. Exzellent - und somit ist OLD MOTHER HELL mit „Lord Of Demise“ eine des besten traditionellen Veröffentlichungen der jüngeren Zeit gelungen.

Autor:
Jens Peters
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