Review

Reviews 9.0

OBITUARY

Frozen In Time

Ausgabe: RH 219

(34:20)

Sie ist wieder da, die alles vernichtende Groove-Death-Walze aus Tampa/Florida! Und das ist gut so. Während sich ein Großteil der globalen Death-Metal-Szene in den letzten Jahren verstärkt in Richtung „schneller, verschachtelter, extremer" entwickelte, mussten die Todesblei-Freaks, die es etwas simpler und groovebetonter mögen, ein wenig darben. Klar, es gab und gibt immer noch Acts wie Six Feet Under oder Unleashed, aber irgendwie hat man sie schon vermisst, die unglaubliche Stimme von John Tardy, das höchst effektive Riffing von Allen West und Trevor Peres oder das unvergleichliche Power-Drumming von Donald Tardy.

Glücklicherweise haben sich OBITUARY stilistisch trotz der langen Pause überhaupt nicht verändert. „Frozen In Time" - und da ist der Name ausnahmsweise mal Programm - liegt voll auf einer Linie mit Scheiben wie „World Demise" oder „The End Complete". Es gibt jede Menge mörderisch groovendes Midtempo, die einzigartigen, würgenden Vocals von John Tardy, Riffs, die deine Nackenwirbel herausspringen lassen - ja, das ist der Rhythmus, bei dem man mit muss! Aber natürlich vergessen die Jungs nicht, ab und zu auch mal kräftig aufs Gaspedal zu drücken. ´On The Floor´, ´Insane´ oder das alles überragende ´Lockjaw´ mögen hier als Beispiele dienen.

Musikalische Innovationen sollte man von OBITUARY bitte schön nicht erwarten. Aber sie zelebrieren ihren Stil wie kaum ein zweiter Act auf diesem Planeten. Einziger Makel ist der Sound des Crash-Beckens, der sehr unnatürlich und stellenweise geradezu abgewürgt klingt. Aber das wird wohl jeder Obi-Head problemlos verschmerzen können.

Autor:
Frank Albrecht

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