Review

Reviews 8.5
Hardcore

HATEBREED

Weight Of The False Self

Label: Nuclear Blast/Rough Trade
Dauer: 34:46
Erscheinungsdatum: 27.11.20
Ausgabe: RH 402

Ursprünglich hätte das achte HATEBREED-Album bereits im Frühjahr erscheinen sollen, wurde dann aber wegen Corona und fehlender Live-Perspektive bis jetzt geschoben. Somit hatte ich reichlich Zeit, mir die Songs anzuhören. Ungeachtet ihrer betont straighten Ausrichtung und kurzen Spieldauer (jeweils um die drei Minuten) haben sie eine beachtliche Halbwertszeit, denn bei mir läuft „Weight Of The False Self“ seit einem halben Jahr regelmäßig im Auto - vorzugsweise, um mit offenem Fenster fistraisend und headbangend an der Ampel rumzuprollen. Das geht damit nämlich ganz vorzüglich! Jamey Jasta & Co. bewegen sich wie Prong und Biohazard zu ihren besten Zeiten mit traumwandlerischer Sicherheit in der Schnittmenge von Hardcore und Metal, ohne das Pendel dabei zu sehr in die eine oder andere Richtung ausschlagen zu lassen. Technische Fähigkeiten und rohe Attitüde haben genau die richtige Balance. Ultra-fette Grooves, im besten Sinne stumpfe Riffs, bemerkenswerte Soli und wuchtiges Midtempo, das immer wieder von kurzen Uptempo-Passagen und fiesen Downbreaks aufgelockert wird, sind einfach eine unwiderstehliche Mischung. Besonders der aufeinanderfolgende Dreierpack ´Let Them All Rot´, ´Set It Right (Start With Yourself)´ und dem thrashigen Titelstück killt komplett, zumal Stammproduzent Zeuss mal wieder für einen brachialen In-your-face-Sound gesorgt hat. Abgerundet wird die Scheibe von metaphorischen Selbstfindungstexten, die auf die im Hardcore leider weit verbreiteten Plattitüden verzichten. Goil!

Autor:
Marcus Schleutermann
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