Review

Reviews 6.5

GWAR

The Blood Of Gods

Ausgabe: RH 366

Metal Blade/Sony (55:57)
Wie? Was? GWAR gibt es noch? Es ist noch nicht allzu lange her, dass das Bühnenkostüm von Anführer Oderus Urungus bei einer spirituell-fernöstlich wirkenden Szene auf einem See irgendwo in Amerika verbrannt wurde. Im neuzeitlichen Sprachgebrauch ist der Sänger mit dem Riesengemächt im Krieg gegen die Menschheit „gefallen“, Wikipedia spricht hingegen von einer Überdosis Heroin. Wir erinnern uns: GWAR sind Außerirdische, die den Planeten von den parasitären Zweibeinern des Homo Sapiens zu befreien haben und ihre Opfer in ihrer Funktion als Rockstars zu ihren Konzerten locken. Auf geht´s, GWAR, es gibt noch viel zu tun! Ob „The Blood Of Gods“ hierfür ein probates Mittel ist, erscheint einmal mehr zweifelhaft. Der Opener ´War On Gwar´ klingt erst mal ganz hervorragend. Der Gesang des ehemaligen Beefcake-The-Mighty-Darstellers Michael Bishop ist zwar nicht weiter erwähnenswert, aber musikalisch präsentiert sich die Band erstaunlich aufgeräumt. Die zeitweise aufpoppenden Maiden-, Sabbath-, Kiss- und Hardcore-Einflüsse des Albums machen Spaß, es fehlt nur an mitsingbaren Refrains (noch am besten: ´I´ll Be Your Monster´, aber selbst hier geht man hinter Lordi ins Ziel). Das AC/DC-Cover ´If You Want Blood (You Got It)´ reißt das Album dann auch nicht mehr aus seiner Mittelmäßigkeit. Wer nicht weiß, wohin mit seinem Geld, kauft sich für die kommende US-Tournee besser gleich ein VIP-Paket. Das Händeschütteln mit Außerirdischen, ein exklusives Plätzchen im vollgesauten Slave Pit und die Garantie, auf der Bühne von GWAR spektakulär abgemurkst zu werden (was dein Kumpel unbedingt im Video festhalten sollte), stellt - im Gegensatz zum Album -  ein unvergessliches Erlebnis für 250 Eier dar. Strikt auf fünf Plätze pro Show limitiert: www.gwar.net

Autor:
Holger Stratmann
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