Review

Reviews 9.0
Doom Metal

CANDLEMASS

Sweet Evil Sun

Label: Napalm/Universal
Dauer: 49:56
Erscheinungsdatum: 18.11.22
Ausgabe: RH 426

Mit ihrem 2019er Comeback-Album „The Door To Doom“ und der Wiederkehr von Ur-Sänger Johan Langquist war CANDLEMASS ein echter Coup gelungen. Auch mit Album Nummer 14 wissen die Epic-Doom-Pioniere zu überraschen. Es sieht so aus, als hätten sich Langquist und Bandkopf Leif Edling (b.) auf „Sweet Evil Sun“ endgültig aufeinander eingegroovt. Edling hat seinem Frontmann diesmal höchst individuelle Gesangslinien auf den Leib geschrieben, sodass auch bei langjährigen CANDLEMASS-Dienern wie mir nicht bei jedem Song gleich der innere Messiah Marcolin zu singen anfängt. Dazu hat der Doom-Anteil gegenüber dem Epic-Metal-Anteil merklich zugenommen. Die Songs sind weniger episch, langsamer, minimalistischer, aber dennoch sehr dynamisch und eingängig. Die Vorab-Single ´Scandinavian Gods´, die vom Hauptriff abgesehen nur aus stehengelassenen Akkorden besteht, ist ein gutes Beispiel für die Selbstbeschränkung. Dezent eingesetzte Hammonds, „Aiaiaiai“- und „Ohohohoh“-Backing-Vocals sowie der erdige und unpolierte Gitarrensound verleihen dem traditionellen Klang der Skandinavier obendrein ein latentes Seventies-Flair, das ebenfalls aufhorchen lässt. Die Hit-Dichte ist vielleicht um ein Jota geringer als auf dem Vorgänger; dafür gibt´s einen Extrapunkt für Tiefe und Eigenständigkeit innerhalb des Œuvres.

Autor:
Felix Mescoli

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