Review

Reviews 9.0

ANNIHILATOR

Never, Neverland

Ausgabe: RH 42

Der Erstling der "kanadischen Metallica", "Alice In Hell", war das bestverkaufte Debütalbum aller Zeiten bei Roadrunner - und davon gab's bei dem holländischen Label schließlich eine ganze Menge. Mehr braucht man zum Status der Band um Guitarwizard Jeff Waters gar nicht sagen -ANNIHILATOR stehen schon mit ihrem zweiten Album kurz vor dem Sprung an die Weltspitze des Speed Metal. Die Spannung bezüglich der Qualität von "Never, Neverland" war also groß. Mit 'The Fun Palace' eröffnet wiederum ein Midtemposong mit genialen Gitarrenharmonien und präzisen Riffs das Album. Ein Vergleich mit 'Alison Hell' ist also gegeben, auch wenn 'The Fun Palace' schon aufgrund der Gesangsleistung von Coburn Pharr ein ganz anderer Song ist. 'Road To Ruin' dagegen ist mehr eine Nummer zum Mitsingen, auch hier kann der neue Shouter glänzen. Der Ex-Omen-Frontmann paßt mit seiner kräftigen, aber melodischen Stimme gut zu den knallharten Riffs der ANNIHILATOR-Mannschaft und versteht es, einem Großteil der Songs die Krone aufzusetzen. Bestes Beispiel ist 'Stonewall', ein eingängiger Midtempokracher, neben 'The Fun Palace' der zweite eindeutige Höhepunkt des Albums. In 'Sixes And Sevens' müht sich Coburn allerdings vergeblich, trotz genialer Gitarrenparts kommt das Stück aufgrund des schwachen Refrains nicht über Mittelmaß hinaus. 'Never, Neverland' glänzt durch geniale Akustikklampfen, wie überhaupt die Gitarrenarbeit nicht besser sein könnte. Ist das Solo des Axeman bei anderen Bands nur müdes Beiwerk, kann man bei ANNIHILATOR vom absoluten Höhepunkt eines jeden Songs reden. Auf der zweiten Seite geht's in der Regel etwas schneller, aber auch einfallsloser zu. 'Imperiled Eyes', "Kraft Dinner' (geil) und der alte Demotrack 'Phantasmagoria' drücken das hohe Niveau der Scheibezum Glück nicht, 'Reduced To Ash' und 'I Am In Command' unterscheiden sich aber kaum voneinander, womit mir zumindest ein Track überflüssig erscheint. Fazit: ANNIHILATOR haben wiederum eine Superplatte gemacht, sollten aber neben der Gitarrenarbeit mehr Augenmerk aufs Songwriting legen, denn hier zeigt "Never Neverland" zeitweise Schwächen. Deshalb muß eine fette 9 genügen -natürlich trotzdem kaufen!

Autor:
Holger Stratmann

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