Neue Eisen: Überblick über den Release-Freitag
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22.05.2026, 8:00

Neue Eisen: Überblick über den Release-Freitag

Hier findet ihr eine Auswahl unserer Rezensionen zu den neuesten Album-Veröffentlichungen vom 22. Mai 2026. Diese Woche unter anderem mit ARMORED SAINT, DIMMU BORGIR, ERIK GRÖNWALL, HYSTERESE, MIDNIGHT RIDER und BOYS FROM HEAVEN.

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ARMORED SAINT - Emotion Factory Reset (Heavy Metal)
Die konstant beste Metalband der Welt feiert ein Jubiläum: „Emotion Factory Reset“ ist - die selbstbetitelte Debüt-EP ein-, die Compilation „Nod To The Old School“ rausgerechnet - die zehnte Studioscheibe aus dem Hause der Heiligen. Und lasset euch nicht beirren: Polarisierend oder gar schwächlich ist darauf gar nichts. (9,0)

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DIMMU BORGIR - Grand Serpent Rising (Black Metal)
Es gibt Songs mit Hitcharakter auf „Grand Serpent Rising“, etwa ´The Qryptfarer´, dessen Refrain mit den Piano-Arpeggios an „Enthrone Darkness Triumphant“-Zeiten erinnert. Aber über weite Strecken will das zehnte Album der Norweger erschlossen werden. Das kann bei über einer Stunde Spielzeit dauern. (8,5)

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ERIK GRÖNWALL - Bad Bones (Hardrock)
Man kennt ihn als früheren Sänger von H.E.A.T, Skid Row und MSG, doch mit „Bad Bones“ zieht ERIK GRÖNWALL nach überstandener Leukämie-Erkrankung sein ganz eigenes Ding durch. Und wie er das macht! (8,5)

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HYSTERESE - Hysterese (V) (Punk)
Die 2009 gegründeten HYSTERESE legen mit ihrem fünften, selbstbetitelten Album eine Veröffentlichung vor, die klingt, als sei sie in dunklen New Yorker Kellern oder den verborgenen Winkeln des Berliner Untergrunds entstanden. Punkrock trifft auf Garage, Post-Punk und Anklänge von nostalgischem Düster-Pop. (8,0)

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MIDNIGHT RIDER - Limited Infinity (Heavy Metal)
Was haben Nevers (Frankreich), Haringey, Norwich (beide UK), Maastricht (Niederlande), Novara (Italien), Austin (USA), Petah Tikva (Israel), Varaždin (Kroatien) und Uman (Ukraine) gemeinsam? Nun, sie alle sind Partnerstädte von Koblenz, der Stadt am Deutschen Eck, wo die Mosel in den Rhein mündet. (8,5)

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(R+) BOYS FROM HEAVEN - The Wanderer (Classic Rock)
Die mit Abstand beste Veröffentlichung aus dem Hause Frontiers kommt diesen Monat von BOYS FROM HEAVEN. Die Dänen lassen auf maximal authentische Art die Achtziger hochleben und zelebrieren exzellenten AOR mit geschmackssicheren Keyboard-Teppichen und furiosen Saxophon-Soli. (8,5)

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(R+) IMPURE WILHELMINA - Le Sanglot (Alternative/Progressive)
Dass IMPURE WILHELMINA erstmals in ihrer tatsächlich schon 30-jährigen Laufbahn ausschließlich französische Songtexte verwenden, steht ihnen hervorragend. Die Band aus der Romandie wird wohl auch mit „Le Sanglot“ ein Geheimtipp bleiben. (7,5)

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(R+) FABLE - Long Hath The Night Dwelt (Hardrock/Doom/Stoner)
Der spanische Gitarrist José Soler gehört seit ein paar Jahren zum Tour-Ensemble von Phantom Spell und macht nun auch auf der Debüt-EP seiner eigenen Band die Siebziger unsicher. (8,5)

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(R+) DAN BYRNE - This Is Where The Show Begins (Classic Rock)
Es ist wie damals mit Joe Bonamassa. Ein überaltertes Genre (bei Joe der Blues, bei Dan der Classic Rock) wird von einem Wunderkind mit frecher Frische adaptiert. Der 28-jährige DAN BYRNE wurschtelte mehrere Jahre in Bands herum, setzt mittlerweile auf Eigenregie und legt jetzt nach einigen Kurzformaten das passend getaufte „This Is Where The Show Begins“ vor. (8,5)

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(R+) DAVID EUGENE EDWARDS - Mercurial Silence (Alternative/Gothic)
Manche Seelsorger sind Missionare, dieser ist ein Seher und Künder. DAVID EUGENE EDWARDS, Enkel eines freikirchlichen Wanderpredigers, ist eine düster schillernde Lichtgestalt des Dark Country und der American Gothicana. (8,5)

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(R+) ORACLE OF WORMS - Cult Of Suffering (Black Metal/Death Metal)
Bei einer Band namens ORACLE OF WORMS, noch dazu debütierend bei FDA, liegt die Vermutung nahe, dass einem blanker Todesmörtel der Dismember- und/oder Autopsy-Schule aufs Ohr geschallert wird. (8,0)

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(R+) SANDSTORM - Dungeon Of Death (Heavy Metal)
SANDSTORM sind eine internationale Angelegenheit um die kanadische Schlagzeugerin P.J. „The Butcher“ La Griffe sowie die beiden Schweden Stevie „Broke“ Whiteless an der Gitarre und Reptile Anderson am Bass, die sich zudem den Gesang teilen. (8,0)

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(R+) BEAR - Anhedonia (Hardcore/Progressive)
Den Vergleich mit The Dillinger Escape Plan werden BEAR vermutlich nie los, doch die Belgier auf ihre fraglos starke Beeinflussung durch die US-Mathcore-Institution herunterzubrechen, ist gerade in Hinblick auf „Anhedonia“ kurzsichtig. (8,0)

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(R+) BLINDEAD 23 - Deuterium (Progressive/Psychedelic)
Dass BLINDEAD 23 gewissermaßen aus B-Promis der düsteren Metal-Szene bestehen (Ehemalige von Katatonia, Behemoth, Vader), soll ihre Leistung nicht in Abrede stellen, zumal es sich bei der Band um die Fortführung der mehr als 20 Jahre aktiven Blindead handelt. (7,5)

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(R+) NIGHT SPECTRE - Night Spectre (Heavy Metal)
Auf ihrem Debüt bieten NIGHT SPECTRE aus Griechenland gekonnten Power Metal im klassischen Sinn, ergänzt um dezente epische Momente (´To Die In An Ancient Fire´). Dabei spürt man bei allen acht Nummern gut verarbeitete Einflüsse von Iron Maiden, Manowar und Manilla Road. (7,5)

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(R+) WITCHING HOUR - Descending… Where Time Has Ceased… (Heavy Metal/Speed Metal)
Schockschwerenot! Da hat das aus dem Saarland stammende Trio seinen bisherigen Blackened Thrash, für den man sich das eigenwillige Prädikat „Ancient Metal“ ans Revers geheftet hat, aber mal einer ziemlichen Rundumerneuerung unterzogen. (7,5)

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(R+) KEOPS - Bitter Story For Humanity (Heavy Metal)
Manchmal fehlt das Glück, und dann kommt auch noch Pech dazu. KEOPS hatten ihre Platte „Bitter Story For Humanity“ eigentlich schon aufgenommen, als sich ihr damaliger Sänger Zvonimir Špacapan überraschend dazu entschloss, die kroatische Metal-Band zu verlassen. (7,5)

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(R+) DARK MILLENNIUM - Come (Death Metal/Progressive)
Leichtverdauliche Kost haben die Avantgarde-Metaller DARK MILLENNIUM noch nie geliefert, aber mit „Come“ wirft uns das Quintett aus NRW einen Brocken vor die Füße, an dem sich der eine oder andere verschlucken könnte. (7,5)

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(R+) FATAL VISION - Four Sides To Every Story (Melodic Rock)
Simon Marwood hatte nicht zu viel versprochen, als er Ende 2022 unserem Captain Hook in einem Interview aus Anlass des ersten FATAL VISION-Albums „Once“ sagte, dass er noch eine Menge Musik in petto hätte. (7,5)

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(R+) ELVENKING - Rites Of Disclosure (Folk/Melodic Metal)
Mit „Rites Of Disclosure“ veröffentlichen ELVENKING kein neues Studioalbum; vielmehr gibt die Band uns eine Art Epilog zur „Reader Of The Runes“-Trilogie an die Hand (oder auf die Ohren), bevor dieses Kapitel sich endgültig schließt.

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(R+) DEATHSTORM - Cascophonies (Speed Metal/Thrash Metal)
Album Nummer fünf des Thrash-Kommandos aus der Steiermark. Das Label ordnet die Mucke des Trios zwischen Endachtziger-Slayer und Dark Angel ein und liegt damit nicht falsch. Die Songs auf „Cascophonies“ sind hektisch, aggressiv und oft unter drei Minuten lang. (6,5)

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(R+) MOONLIGHT HAZE - Interstellar Madness (Symphonic Metal)
Ketzerisch gesagt: Nach der wunderbaren Symphonic-Welle Ende der Neunziger bzw. rund um die Jahrtausendwende dreht sich speziell die italienische Szene mehr als im Kreis. Man hat sich längst auserzählt. (5,5)