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Kategorie
Game 
Heft
RH #293 
Titel
CALL OF JUAREZ: THE CARTEL 
Erscheinungsjahr
2011 
Note
6.0 

(Ubisoft) (PS3; USK 18)
Im Grunde genommen ist es ja durchaus löblich, wenn Entwicklerteams sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen und Fortsetzungen einer Spielereihe mit neuen Gameplay-Elementen versehen. Von Zeit zu Zeit schießen Programmierer und Publisher bei solchen Vorhaben jedoch ein wenig übers Ziel hinaus. Der dritte Ableger der „Call Of Juarez“-Serie ist so ein Fall.
Wir erinnern uns: Vor gut zwei Jahren schlüpfte der Spieler im „The Cartel“-Vorgänger „Bound In Blood“ in die Rolle der beiden Brüder Ray und Thomas McCall, die in den Wirren des amerikanischen Bürgerkriegs auf der Jagd nach einem geheimnisumwitterten Azteken-Schatz sind. Im neusten Spross der Serie ist jetzt (fast) alles anders. „The Cartel“ ist in der Gegenwart angesiedelt und handelt vom behördenübergreifenden Kampf gegen ein mexikanisches Drogenkartell. Die Bezugspunkte zu den Vorgängerspielen sind rar gesät: Einer der drei spielbaren Protagonisten ist Ben McCall, direkter Nachfahre der beiden Brüder aus „Bound In Blood“, und auch der neue Bösewicht ist ein Nachkomme des Finsterlings aus den Vorgänger-Games. Bei den Locations hat Techland ebenfalls Recycling betrieben: Wer die Vorgänger gespielt hat, wird das eine oder andere Level auf Anhieb wiedererkennen.
Das größte Manko von „The Cartel“ liegt in der Technik: Die PS3-Version hat ständig mit Rucklern und Texturenflimmern zu kämpfen. Die Möglichkeit, die komplette Kampagne kooperativ mit Freunden durchzuspielen, mag zwar sehr trendy und zeitgemäß sein, geht aber zu Lasten des Einzelspieler-Erlebnisses, da die KI fehlende Mitspieler nicht immer vernünftig kompensieren kann. Insgesamt ist „The Cartel“ leider nur ein mittelmäßiger Shooter geworden, der mit seinen tollen Vorgängern nicht mithalten kann.


Jens Peters 6.0

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