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Kategorie
Game 
Heft
RH #289 
Titel
TOTAL WAR: SHOGUN 2 
Erscheinungsjahr
2011 
Note
8.5 

(Sega) (PC; USK 12)
Ein gutes Jahrzehnt nach dem Start der „Total War“-Reihe sind Creative Assembly wieder am Anfang angelangt: In „Shogun 2“ geht´s erneut darum, die Macht im Japan des 16. Jahrhunderts an sich zu reißen und Herrscher über die Clans zu werden. Der Spieler hat für diese Aufgabe die Qual der Wahl zwischen insgesamt zehn spielbaren Clanchefs, die sich allesamt in Sachen Truppenverfügbarkeit und -stärke, Ausgangsposition und Diplomatie unterscheiden. Neben Politik und Krieg gibt es einen weiteren entscheidenden Faktor im Werdegang eines Shoguns: die Wirtschaft. So steht es dem Spieler beispielsweise frei, starke Waffen und Güter aus dem Ausland zu importieren, in Reaktion muss er aber möglicherweise mit dem Unmut der konservativ veranlagten Bevölkerungsteile rechnen. Den Vorgängern entsprechend, ist auch der neueste Spross der „Total War“-Serie überaus komplex.
Die Massenschlachten, seit jeher das Kernstück der Serie, überzeugen nach wie vor mit taktischem Tiefgang. Der Spieler steht vor Dutzenden von Entscheidungen: Welche Truppentypen nehme ich mit in die Schlacht? Wie beziehe ich Aufstellung? Kann ich geografische Gegebenheiten zu meinem Vorteil nutzen? Sabotiere ich die Stadt meines Gegners im Vorfeld mit Ninjas? Während das große Geschehen auf der Übersichtskarte rundenbasiert und gemächlich abläuft, wird es in den Echtzeit-Schlachten schnell hektisch. Die KI ist clever und nutzt das Gelände zu ihrem Vorteil aus. Lediglich in Stadtschlachten versagt die Wegfindung, so bleiben ganze Kompanien an Stadtmauern hängen und lassen sich bequem aus der Ferne mit Bogenschützen abschlachten.
In Sachen Grafik, Sound und Art-Design ist „Total War: Shogun 2“ seinen Vorgängern mehr als ebenbürtig, in vielen Dingen sogar überlegen. Die vielen netten Videoschnipsel fangen die japanische Atmosphäre gut ein. Fans der Serie können bedenkenlos zugreifen, alle anderen Strategiespiel-Fans sollten zumindest mehr als nur einen flüchtigen Blick riskieren.


Jens Peters 8.5

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