ReviewVHS - Film

Kategorie
VHS - Film 
Titel
PREMUTOS (Mailorder) 
Note

Der Splatterfilm hat in den letzten Jahren eher ein Nischendasein gefristet, nicht zuletzt aufgrund der immer strenger handelnden Aufsichtsbehörden. So beherrscht heute eher Mainstream-Horror wie „Scream“, „Halloween“ oder „I Know What You Did Last Summer“ das Geschehen. Schade eigentlich, denn wer schaut nicht manchmal geradezu wehmütig alte Fulci- oder Romero-Orgien? Da sich heute fast kein Studio mehr an wirklich harten Stoff wagt, hat sich der Splatterfilm endgültig in den Underground verzogen. Neben Jörg Buttgereit (dessen Filme inzwischen ja sogar künstlerische Zusprüche erhalten) werkelt vor allem Olaf Ittenbach erfolgreich in deutschen Landen im Amateur-Bereich. Nach „Black Past“ und dem beschlagnahmten „Burning Moon“ hat Ittenbach in sein drittes Werk „Premutos“ fast drei Jahre Drehzeit und 200.000,- DM Budget gesteckt!! Herausgekommen ist ein blutrünstiger Splatterfilm der alten Schule. Eine krude und recht schwachsinnige Story um den gefallenen Engel Premutos bildet dabei das Gerüst für herrlich (unfreiwillig) komische Szenen. Ittenbach selber spielt die Hauptrolle, erreicht aber ebenso wie alle anderen „Schauspieler“ höchstens das Schauspiel-Potential der Bayern-Pornos am Samstagabend auf Sat 1. Wie schon in seinen Vorgänger-Filmen ist dies das ganz große Manko der Filme.
Sieht man darüber hinweg und gewinnt dem Ganzen die unfreiwillig komische Seite ab, macht „Premutos“ richtig Spaß. Denn hier fließt der rote Lebenssaft in Strömen, es wird geköpft, gevierteilt, zerhackt, gesprengt und in Gedärmen gewühlt, das selbst alte Italo-Klassiker wie „Voodoo - Die Schreckensinsel der Zombies“ oder „Das Haus an der Friedhofsmauer“ neidisch rüberblicken. Der Body-Count von 139 armen Gestalten spricht Bände. Die Tricks sind für eine Amateur-Produktion durchaus ansehnlich, wobei der Film sich zu keiner Sekunde selbst ernst nimmt bzw. ernst genommen werden sollte. In besten Momenten zitiert der Streifen Klassiker wie „Dawn Of The Dead“ oder „Laughing Dead“; versehen mit einem hohen Trash-Faktor kratzt man gar am Blutrekord von „Braindead“.
Für Freunde blutiger Kost ist „Premutos“ einen netten Videoabend wert; inzwischen sollte das Teil über ausgewählte Videoläden erhältlich sein. Wer keinen bekloppten Videothekar in seiner Nähe hat, kann den Streifen bei A.Schmidt, Ortholbing 4, 84326 Falkenberg gegen Altersnachweis erhalten.


Frank Trojan

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