ReviewAlbum

Band
HELLOWEEN 
Kategorie
Album 
Heft
RH #273 
Titel
Unarmed 
Erscheinungsjahr
2009 
Note

Zu ihrem 25. Geburtstag haben sich die Herrschaften von HELLOWEEN mal wieder etwas Besonderes ausgedacht: Sie haben einen ganzen Schwung ihrer Klassiker nochmals neu aufgenommen. Das klingt zunächst mal nicht besonders aufregend oder innovativ - die Art und Weise, wie die Hamburger dies umgesetzt haben, sorgt indes für Stirnrunzeln oder anerkennendes Kopfnicken, je nach Sichtweise.
Eines vorweg: Wer seine HELLOWEEN-Lieblingssongs ausschließlich in der klassischen, schwermetallischen Version bevorzugt und Experimente grundsätzlich ablehnt, sollte einen großen Bogen um dieses Teil machen, um Magenverstimmungen jeglicher Art zu vermeiden. Denn so manchen Hit erkennt man hier kaum wieder. Aus ´Dr. Stein´ ist zum Beispiel eine jazzige Swing-Nummer geworden, ´Future World´ erinnert plötzlich an Bar-Musik, während ´I Want Out´ mit Kinderchor daherkommt. Auch ´Eagle Fly Free´ ist in dieser Form - lediglich mit Piano, Akustikklampfe, Gesang und etwas Percussion instrumentiert - reichlich gewöhnungsbedürftig.
Was HELLOWEEN auf „Unarmed“ verzapfen, ist aber keineswegs pure Blödelei - ganz im Gegenteil. Die orchestrierte Version von ´The Keeper´s Trilogy´ (bestehend aus ´Halloween´, ´Keeper Of The Seven Keys´ und ´The King For A 1000 Years´) ist künstlerisch absolut hochwertig. Das ebenfalls orchestrierte ´A Tale That Wasn´t Right´ steht dem in wenig nach. Interessant ist auch, was aus ´If I Could Fly´ wird, wenn man den Song aufs Allernötigste reduziert: nämlich eine wunderschöne Popnummer, die problemlos auch auf WDR 1 oder vergleichbaren Sendern laufen könnte.
Wie gesagt: HELLOWEEN haben sich bei der Umsetzung ihrer Ideen offensichtlich sehr viele Gedanken gemacht und sich wohl in erster Linie selbst beschenkt. Denn eine Frage bleibt trotz aller Qualitäten von „Unarmed“ letztlich offen: Welche Zielgruppe soll das kaufen?


Frank Albrecht

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