ReviewAlbum

Band
PARAGON 
Kategorie
Album 
Heft
RH #181 
Titel
Law Of The Blade 
Note
6.5 

Na ja, ich bin froh, dass Priest diese Platte nach „Painkiller“ NICHT geschrieben haben. Und die Kopfsocken fliegen den armen Nu-Metallern höchstens vom Schädel, weil sie sich bei vor Pathos triefenden Teutonen-Epen wie ´Back To Glory´, ´Armies Of The Tyrant´ oder ´Across The Wastelands´ lachend am Boden wälzen. Kein einziger Korn-Kopp wird sich durch diese Platte bekehren lassen. Warum auch?
Aber um es klar zu stellen: Meine 6,5 Punkte bedeuten laut Rock Hard-Reglement, dass die Scheibe nur knapp an ´ner guten Wertung vorbeischrammt, also keinesfalls ein Griff ins Klo, sondern ´ne Art „Drei plus“ ist. Mehr jedoch nicht. PARAGON verarbeiten die typischen Genre-Klischees perfekt; es sind aber leider nur B-Klasse-Klischees, die man 2002 höchstens bei U.D.O. gut findet (wenn überhaupt). Mal schwerer Stampf, mal nettes Uptempo, und gelegentlich blitzen tatsächlich sehr feine Riffs auf. Es folgen jedoch immer diese simplen und zuweilen etwas bemüht klingenden Refrains, die einem schon beim ersten Durchlauf viel zu bekannt vorkommen und zudem nur bedingt das nötige Herzblut transportieren. Auch das „Sword-battle-attack-axe-kill-blade-evil-chains“-Getexte kommt weder kultig-cool noch mit der nötigen Selbstironie. Es gibt halt eine feine, aber verdammt wichtige Linie zwischen der frenetischen Frische von Wolf und dem Perfektionismus der Manowar-Hohlbirnen auf der einen und dem PARAGON-Sound auf der anderen Seite. PARAGONs Achtziger-Hommage reicht nur für Jugendheime und kleine Clubs, mag dort bestens aufgehoben sein, ist aber weit davon entfernt, ein Klassiker in spe zu sein.


Jan Jaedike 6.5

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